Wenn Verkehrsbetriebe und Anbieter von Mobilitätslösungen kooperieren, lassen sich einer Studie zufolge Kosten in Millionenhöhe einsparen.

Autonome Fahrzeuge, Echtzeitdaten oder Elektrifizierung: Mit Hilfe neuer Technologien kann der öffentliche Nahverkehr deutlich rentabler werden, zeigt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger. Demnach sind in Metropolen Kosteneinsparungen von knapp 400 Millionen Euro im Jahr möglich. Der Effekt: Statt dauerhaft auf Zuschüsse aus öffentlichen Haushalten angewiesen zu sein, könnten Verkehrsbetriebe nach Ansicht der Studienautoren in Zukunft sogar Gewinne einfahren.

Potenzial sehen die Berater vor allem in Partnerschaften zwischen Verkehrsbetrieben und privaten Anbietern von Mobilitätslösungen. So könnten die Kooperationen etwa Zugang zu Know-how und moderner Infrastruktur verschaffen. Im Gegenzug erhielten junge Technologieunternehmen die Chance, ihre Anwendungen mit einer Vielzahl von Kunden zu erproben.

„Sämtliche öffentliche Verkehrsmittel sollten als ein vernetztes System gestaltet werden“, sagt Tobias Schönberg, Partner von Roland Berger. „Dann profitieren alle: sowohl die Betreiber, egal ob öffentlich oder privatwirtschaftlich, als auch die Nutzer.“ Bislang ist der Nahverkehr vielerorts ein Verlustgeschäft: Mehr als drei Milliarden Euro fließen den Studienautoren zufolge jedes Jahr von den öffentlichen Kassen an die Betreiber, weil deren Kosten im Schnitt nur zu drei Vierteln gedeckt sind.

Engere Zusammenarbeit mit Start-ups

In der Hauptstadt haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und das junge Joint Venture Via Van im September ein erstes Kooperationsprojekt gestartet: Unter dem Namen „BerlKönig“ sind Kleinbusse als Mitfahrgelegenheiten unterwegs – sie sollen dabei helfen, Erfahrungen mit dem sogenannten Ride-Sharing im öffentlichen Raum zu gewinnen.

Auf Joint Ventures setzt auch das Start-up Clevershuttle, das seit Ende des vergangenen Jahres an sechs Standorten Mitfahrdienste anbietet. Speziell an Nahverkehrsunternehmen und Kommunen richtet sich das Berliner Mobilitäts-Start-up Door2Door, das als Technologieplattform im Hintergrund Ridepooling-Dienste ermöglicht – wie etwa seit August in der bayerischen Kleinstadt Freyung.