Um den Anschluss an Zukunftstechnologien nicht zu verlieren, partnern viele Maschinenbauer laut einer VDMA-Studie mit Start-ups. Die Nähe könnte künftig noch zunehmen.

Die Mehrheit der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sucht die Nähe zu Start-ups. Als wichtig für ihre Zukunft schätzen die Kooperation zwei Drittel der in einer aktuellen Studie befragten Unternehmen ein, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. Heute arbeiteten bereits 55 Prozent der Maschinenbauer mit Start-ups zusammen, so die Zahlen des Verbands aus einer Mitgliederumfrage. Neue Gemeinschaftsprojekte seien in den kommenden drei Jahren bei fast drei Viertel der befragten Unternehmen geplant.

Die Offenheit für Kooperationen begründet der Verband mit erkennbaren Vorteilen für die etablierten Industrieunternehmen: „Start-ups sind im Maschinen- und Anlagenbau keine neue Marketing-Blase, sondern ein strategischer Ansatz, der nachweislich Nutzwerte generiert“, lässt sich Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA, in einer Pressemitteilung zitieren. Die Potenziale des gelebten Miteinanders seien immens. Zufrieden mit der Zusammenarbeit zeigten sich in der Umfrage knapp 70 Prozent der etablierten Unternehmen.

Gezielte Suche nach möglichen Partnern

Durch die Start-ups erhoffen sie sich laut VDMA in erster Linie einen besseren Zugang zu neuen Technologien, die innovative Produkte und Geschäftsmodelle voranbringen sollen. Besonderes Interesse bekundeten die Verbandsmitglieder an den Themen Industrial Internet of Things (IIoT), Data Analytics und künstliche Intelligenz (KI).

Um in die Nähe der potenziellen Zukunftsmärkte zu gelangen, betreiben die kooperationswilligen Maschinenbauer teils großen Aufwand: Nach passenden Start-up-Partnern suchen schon 42 Prozent der etablierten Unternehmen gezielt, so das Ergebnis der Umfrage unter 110 Verbandsmitgliedern. Kontakt entstehen häufig auch über Hochschulnetzwerke und Forschungseinrichtungen.

Während vielerorts bereits neue Förderprogramme und firmeninterne Inkubatoren entstehen, bevorzugt der Maschinenbau laut Verband bislang eine Zusammenarbeit in Form von klar abgegrenzten Projekten. Häufig fänden etablierte Unternehmen und Start-ups auch über Kunden-Lieferanten-Verhältnisse zueinander.