Viele Start-ups suchen Kooperationen mit Konzernen – doch die haben häufig eine andere Prioritätenliste. Indirekt könnten die jungen Digitalfirmen jedoch trotzdem profitieren.

Das Weltwirtschaftsforum ist im vollen Gange: Durch die verschneiten Straßen von Davos bewegen sich bis morgen noch Konzernchefs, Politiker – und auch jede Menge Gründer. Ob Blockchain, Fintech oder auch die generelle Kraft von Technologien: Start-ups wurden über die vergangenen Jahre immer stärker in das Programm der Konferenz eingearbeitet.

Dieses Jahr sind viele Unternehmenslenker der globalen Konzerne mit skeptischen Erwartungen für die Zukunft angereist. Und eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC (hier geht es zu den Ergebnissen) zeigt jetzt: Die Zusammenarbeit mit Start-ups steht eher unten auf der Agenda, wenn CEOs über Lösungen für die erwarteten Krisen nachdenken.

In der jährlichen Erhebung, durchgeführt unter knapp 1400 Managern aus 91 Länder, setzen die CEOs vor allem auf ein Aufräumen von innen heraus: Drei Viertel der Befragten wollen die internen Prozesse verbessern, um ein Umsatzwachstum zu ermöglichen. Knapp dahinter kommt ein Wachstum aus eigener Kraft oder der Start eines neuen Produkts.

Internes Aufräumen statt Kooperation mit Start-ups

Die explizite Zusammenarbeit mit Start-ups landet nur auf dem vorletzten Platz von acht abgefragten Optionen: 32 Prozent der Führungskräfte sehen so eine Kooperation als Rettung gegen kriselnde Umsätze. Indirekt können sich jedoch natürlich noch deutlich mehr Chancen ergeben: Gerade B2B-Start-ups, die bei der Optimierung von Lieferkette oder Arbeitsprozessen helfen wollen, haben zuletzt an Profil gewonnen – und könnten wertvolle Dienstleister sein, um die internen Prozesse auf Vordermann zu bringen.

Eine überraschende Nachricht aus der Studie: Deutsche Konzerne wollen sich im weltweiten Vergleich deutlich häufiger von Start-ups helfen lassen. Hier sind es immerhin 55 Prozent, die auf eine solche Kooperation setzen. „Trotz aller Unsicherheiten sollten deutsche Firmenlenker jetzt nicht auf die Investitionsbremse drücken, sondern vielmehr gezielt investieren, um bei der digitalen Transformation weiter voranzukommen“, lässt sich PwC-Deutschland-Chef Ulrich Störk zitieren.

Ein ähnlicher Trend ließ sich bereits in älteren Studien erkennen: Die Zusammenarbeit zwischen Dax-Konzernen und Start-ups war über die vergangenen Jahre deutlich angestiegen. Eine andere Erhebung war im vergangenen Jahr auf stolze 67 Angebote gekommen, mit denen sich die großen deutschen Konzerne an Start-ups richteten.