Die Investitionen in europäische Start-ups in der Wachstumsphase haben sich verdoppelt. Geldgeber haben vor allem Fintechs, Medizintechnik und SaaS im Blick.

Investitionen in europäische Start-ups in der Wachstumsphase sind auf historisch hohem Niveau: Das ist das Ergebnis eines aktuellen Reports des Marktforschungsunternehmens Tech.eu und der Payment-Plattform Stripe. Ihr zufolge betreut das Gesamtkapital, das zwischen 2016 und 2018 investiert wurde,  30 Milliarden Euro und verteilte sich auf mehr als 2.300 Finanzierungsrunden. Sowohl die Gesamtinvestitionen, als auch die Anzahl der Finanzierungen haben sich somit in den letzten drei Jahren etwa verdoppelt. Insgesamt haben mehr als 2.000 Start-ups die Wachstumsphase erreicht. Die mittlere Investitionssumme lag bei zehn Millionen Euro. 70 Prozent der Investitionen gingen nach Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Schweden.

Das Vereinigte liegt dabei mit 8,82 Milliarden Euro deutlich in Führung, allerdings sehen die Macher der Studie eine Stagnation der Zahlen in den Jahren 2017 und 2018, so dass Frankreich (5,44 Milliarden Euro) und Deutschland (4,85 Milliarden Euro) mit einer Steigerung von 27 bzw 26 Prozent bereits stark aufgeholt haben.

In Fintech, Medtech und SaaS fließt das meiste Kapital

Die Schweiz landet mit einem satten Plus von über 40 Prozent in den Jahren 2017 bis 2018 auf Rang 5 in Europa und kommt auf insgesamt 1,26 Milliarden Euro investiertem Kapital in den vergangenen drei Jahren. Österreich liegt mit 246 Millionen Euro an 15. Stelle.

Ähnlich wie bei einem im vergangenen November veröffentlichten Report zum Thema Seed-Investitionen zeigt sich auch in dieser Untersuchung, dass Fintech-Start-ups wie Monzo (UK) und N26 (Deutschland) sowie Medtech-Start-ups wie PushDoctor (UK), Kry (Schweden) und Doctolib (Frankreich) am meisten vom Strom wachstumsorientierter Investitionen profitiert haben. Die Branchen haben in den letzten drei Jahren jeweils 5,38 Milliarden Euro bzw. 4,22 Milliarden Euro an Kapital erhalten. Die Fintech-Branche ist in Großbritannien, Deutschland und Schweden mit Abstand die Nummer 1, während Medizintechnologie in Frankreich weit in Führung liegt.

GB, Frankreich, Schweden und Deutschland an der Spitze

Software as a Service (SaaS) ist mit 2,54 Milliarden Euro Investitionsvolumen an dritter Position in den meisten europäischen Ländern. Führend sind vor allem B2B-Player wie Aircall (Frankreich) oder Teamleader (Belgien).

“Das europäische Start-up-Ökosystem ist auf dem richtigen Weg, um in den kommenden Jahren bedeutende Technologie-Giganten zu erschaffen. Seed-Investitionen sind auf einem hohen Niveau und auch die Wachstumsinvestitionen werden von Jahr zu Jahr stärker. Aber während Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Schweden häufig die Entstehung global wettbewerbsfähiger Tech-Unternehmen erleben, hinken die übrigen europäischen Zentren weit hinterher”, kommentiert Guillaume Princen, Head of Continental Europe bei Stripe, die Ergebnisse.