An die 100 größten Tech-Start-ups in Deutschland ist seit ihrer Gründung ein Milliardenbetrag geflossen, so eine Studie. Demnach verbessert sich der Zugang zu Risikokapital.

Mit einer Summe von 8,1 Milliarden US-Dollar haben Risikokapitalgeber die 100 größten deutschen Tech-Start-ups seit der Gründung beim Wachstum unterstützt. Die am höchsten finanzierten jungen Unternehmen sind der Online-Autohändler Auto1, die Musikstreaming-Plattform Soundcloud und der Modehändler About You, wie eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens EY zeigt. Demnach erhielt Auto1 aus Berlin mit insgesamt knapp 1,1 Milliarden Dollar bisher die umfangreichste Finanzspritze und konnte auch für das vergangene Jahr die größte Finanzierungsrunde in Höhe von 560 Millionen Dollar abschließen. Hauptinvestor ist der japanische Technologiekonzern Softbank.

Auf dem zweiten Platz sehen die Studienautoren den Berliner Musikstreaming-Dienst Soundcloud mit einer Gesamtfinanzierung von inzwischen 468 Millionen Euro. Das Start-up rutschte 2017 in eine schwere Krise, konnte sich jedoch ein rettendes Investment in Höhe von knapp 143 Millionen Euro von der amerikanischen Raine Group Bank und der Singapurer Investmentgesellschaft Temasek sichern.

Mit insgesamt 300 Millionen Euro an Investorengeldern schafft es das Hamburger Mode-Start-up About You auf den dritten Platz. Zu den Kapitalgebern gehört der Enkel des Otto-Gründers, Benjamin Otto, der seine Beteiligung erst im vergangenen Jahr auf 24,9 Prozent aufstockte, wie die WirtschaftsWoche exklusiv berichtete.

Schwerpunkt liegt bei Fintechs

Auffallend stark vertreten sind unter den Top-100-Start-ups laut EY junge Firmen aus dem Finanzsektor, sogenannte Fintechs. Ihr Anteil hat sich im vergangenen Jahr auf 21 Unternehmen erhöht, von 14 im Vorjahr. Zudem verbessere sich insgesamt der Zugang zu Risikokapital für Tech-Start-ups aus Deutschland, stellen die Studienautoren fest.

Denn die Finanzierung deutscher Start-ups sei im Vergleich zu den Vorjahren weniger stark geprägt von einzelnen Großinvestitionen: „Für junge deutsche Technologiefirmen hat sich der Zugang zu Risikokapital in der Breite weiter verbessert“, lässt sich Thomas Prüver, Partner in der Transaktionsberatung von EY, in einer Pressemitteilung zitieren. „Die Finanzierung der Tech-Start-ups war 2018 viel differenzierter als in den Vorjahren und hat sich weniger auf einige große Unternehmen konzentriert“, so Prüver. Berücksichtigt wurden in der Studie Finanzierungen, Fusionen und Übernahmen sowie Börsengänge („IPOs“) der größten Tech-Start-ups in Deutschland bis Ende 2018.