Eine Untersuchung kürte die 100 wichtigsten Venture Capital-Gesellschaften weltweit. Darunter sind auch fünf deutsche.

Wenn sich Start-ups auf die Suche nach potenziellen Investoren machen, stoßen sie früher oder später auf Venture-Capital-Gesellschaften. Geldgeber also, die große Summen in vielversprechende Start-ups stecken und deren Gründern zudem auch mit Know-How, Kontakten und Ideen helfen.

Durch ihr Engagement erhoffen sich die Wagniskapitalgeber besonders hohe Renditen – sie gehen davon aus, dass die Start-ups ihnen ein Vielfaches des eingesetzten Geldes zurückgeben werden. Gleichzeitig gehen sie auch ein hohes Risiko ein, denn die von ihnen ausgewählten Start-ups stammen nicht selten aus einem Bereich, der als besonders unsicher gilt.

Ein Erfolg der Idee ist keineswegs garantiert. Schlimmstenfalls müssen die Geldgeber mit einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals rechnen.

Die Analysefirma CB Insights hat jetzt in einer Studie (.pdf) die 100 wichtigsten Venture Capital-Geber benannt. Auf den Plätzen eins bis drei liegen Google Ventures, Intel Capital und Comcast Ventures. Doch unter den Top 100 sind auch fünf deutsche Risikokapitalgeber. Und zwar diese.

Tengelmann Ventures

Seit 2009 hat Tengelmann Ventures, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe Tengelmann, weltweit in mehr als 50 Unternehmen investiert. Der Fokus liegt dabei auf Early und Later Stage Investments in den Bereichen Consumer Internet, Marketplaces und Technologie. Klarna, ClickBus, Uber, Westwing und Delivery Hero gehören zu den Start-ups, an die Tengelmann Ventures glaubt.

Bertelsmann Digital Media Investments

Gegründet im Jahr 2006, konzentriert sich Bertelsmann Digital Media Investments auf Early Stage Investments bei Digitalunternehmen. Der Schwerpunkt der Beteiligungen liegt auf den Bereichen Onlinevideo, Ad Tech, Software as a Service (SaaS) und Publishing. Zurzeit investiert die Gesellschaft in 50 junge Firmen aus Nordamerika, Europa und Israel, darunter Food52, ZergNet, Clique und Kitchen Stories.

Boehringer Ingelheim Venture Fund

Ziel des Boehringer Ingelheim Venture Funds ist es, in bahnbrechende, innovative therapeutische Ansätze und Technologien zu investieren, beispielweise in der Stammzellenforschung oder der Gentherapie. Bei den weltweiten Investitionen handelt es sich um Seed- oder Serie-A-Finanzierungen. Bisher steckte die Gesellschaft unter anderem Geld in AMP Therapeutics, ArmaGen Technologies und Acousia Therapeutics

Robert Bosch Venture Capital

Seit 2007 investiert Robert Bosch Venture Capital (RBVC) weltweit in Technologie-Start-ups. Im April 2016 legte der Risikokapitalgeber seinen dritten Fonds mit einem Volumen von 150 Millionen Euro auf und verwaltet nun insgesamt 420 Millionen Euro. RBVC investiert in Start-ups aus den Bereichen Automatisierung und Elektrifizierung, Energieeffizienz, Basistechnologien und Gesundheitswesen sowie in branchenspezifische Venture-Capital-Fonds in Europa, den USA, Israel und China. Dazu gehören unter anderem Unternehmen wie Movidius und Greenpeak.

DvH Ventures

Als unabhängige Venture Capital Gesellschaft des gleichnamigen Verlegers Dieter von Holtzbrinck (zu dem auch die Wirtschaftswoche gehört), investiert DvH Ventures in Innovationen im Umfeld der Finanztechnologie, Big Data, Mobile Advertising und Ideen aus verlagsnahen Themenfeldern wie Versicherung und Vorsorge, Aus- und Weiterbildung, Kunst und Kultur, Immobilien und Jobs. Dazu gehören Start-ups wie Studydrive, Lendstar, Classiqs und Sanubi.