Deutsche Start-ups im Finanzsektor haben zwischen Anfang Januar und Ende März 686 Millionen Euro eingesammelt – mehr als je zuvor in einem Quartal.

Nie haben deutsche Start-ups im Finanzsektor in einem Quartal mehr Geld eingesammelt als zwischen Anfang Januar und Ende März diesen Jahres. Das eingesammelte Wagniskapital summierte sich auf 686 Millionen Euro, zeigt eine aktuelle Erhebung der Beratungsfirma Barkow Consulting. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das eine Verdopplung – und gegenüber dem bisherigen Rekordquartal (Q4 2018) eine Steigerung um 77 Prozent.

Ausschlaggebend waren einige ungewöhnlich umfangreiche Finanzierungsrunden. Rekordhalterin ist die Smartphone-Bank N26, die im Januar 260 Millionen Euro bekommen hat. Auf Platz zwei steht der digitale Autoversicherer Friday, der Anfang März 114 Millionen Euro einwarb. Mit seiner Finanzierungsrunde über 110 Millionen Euro auf Platz drei liegt das Insurtech Wefox, gefolgt vom Zinsportal Raisin mit 100 Millionen Euro.

Investitionen in anderen Ländern steigen stärker

Barkow Consulting weist darauf hin, dass die Start-ups in ihren Finanzierungsrunden nicht ausschließlich Eigenkapital einwerben. So hat Friday auch mit den neuen Gesellschaftern ProSieben Sat.1 sowie der German Media Pool Firmenanteile gegen Medialeistungen getauscht. Das bedeutet, dass das Start-up für den Gegenwert der abgetretenen Anteile Werbeplätze im Fernsehen oder Anzeigen in anderen Medien bekommen.

Auch wenn der aktuelle Finanzierungsrekord für den deutschen Fintech-Sektor erfreulich ist – im internationalen Vergleich sieht es weniger rosig aus, warnte die Beratung KPMG zuletzt. Demnach haben sich die weltweiten Investitionen in Fintechs im vergangenen Jahr gegenüber 2017 mehr als verdoppelt, während das Volumen in Finanzierungsvolumen in Deutschland rückläufig war. In die Zahlen von KPMG fließen auch Börsengänge ein, zudem ist die Start-up-Definition sehr weit gefasst.