Worauf muss ich achten?

Ab einer Grenze von 17.500 Euro fallen Umsatzsteuer an. Wenn das Kleingewerbe diese Schwelle überschreitet, muss der Gründer ab dem Folgejahr monatlich Umsatzsteuer beim Finanzamt anmelden. Je nach Gewerbe liegt diese zwischen sieben und 19 Prozent.

„Auch, wenn ein Gründer die Umsatzsteuer in kleinerem Umfang erst nach einem Jahr anmeldet, bricht die Welt nicht zusammen“, sagt Wawro. Allerdings warnt er: „Wenn das Finanzamt vorher darauf kommt, kann es unangenehm werden.“ Denn dann könne eine Betrugsabsicht unterstellt werden, auch, wenn der Gründer die Zahlung der Umsatzsteuer möglicherweise nicht absichtlich herausgezögert hat. Im schlimmsten Fall droht dann ein Besuch der Steuerfahndung.

Mit der Umsatzsteuer muss der Gründer auch die Vorsteuer beachten. Diese muss in der monatlichen Voranmeldung sowie in der Jahreserklärung ebenfalls angegeben werden. „Kleine Unternehmer achten oft nicht darauf, was sie als Vorsteuer geltend machen können“, sagt Wolfgang Wawro. Wenn ein Gründer 150 Euro im Baumarkt ausgebe, denke er nicht daran, dass er diese Rechnung auch gegenüber dem Finanzamt verwenden kann: Bei einem Betrag bis zu 150 Euro reicht ein einfacher Kassenbeleg mit dem Satz der Mehrwertsteuer aus. Bei höheren Beträgen hingegen müsse auch der Mehrwertsteuerbetrag sowie Name und Anschrift des Gründers auf der Rechnung stehen. „Sonst ist die Vorsteuer im Eimer“, so der Experte des Deutschen Steuerberaterverbandes.

Wer nicht jede Rechnung aufbewahrt hat, kann – je nach Beruf – auch eine Vorsteuer-Pauschale absetzen. Eine Regelung dafür trifft der Paragraf 23 in Verbindung mit den Paragrafen 69 ff der Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UStDV). So können Architekten etwa 1,9 Prozent des Nettoumsatzes als Vorsteuer geltend machen, Drogerien 10,9 Prozent oder Bäckereien 5,4 Prozent. Das gilt gewöhnlich auch, wenn diese deutlich über der Vorsteuer liegt, die der Gründer sonst geltend machen könnte.

Allgemein gilt: Wer sich unsicher bei seiner Steuererklärung ist, sollte sich externen Rat holen, beispielsweise von einem befreundenten Unternehmer oder einem Steuerberater. Das kann die Nervosität vor dem ersten Einreichen beim Finanzamt senken.