Wolfgang Wawro vom Deutschen Steuerberaterverband empfiehlt, auch das heimische Arbeitszimmer als Kosten anzugeben. Gewöhnlich müsse dafür eine „betriebliche Notwendigkeit“ vorhanden sein und das Arbeitszimmer zu 90 Prozent beruflich beziehungsweise betrieblich genutzt werden, sagt Wawro. Doch auch, wenn das nicht der Fall ist, sollte ein Gründer überlegen, den Arbeitsraum abzusetzen. „Ich bin zuversichtlich, dass es bald eine Entscheidung vom Bundesfinanzhof zu diesem Thema gibt“, so der Steuerberater.

Dieser habe in den vergangenen Jahren großzügige Entscheidungen zur anteiligen Absetzung von Kosten getroffen. Wenn der Gründer sein Arbeitszimmer jetzt angibt, bekommt er einen Vorläufigkeitsvermerk und kann dadurch im Fall einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs zugunsten der anteiligen Absetzung das Arbeitszimmer rückwirkend noch geltend machen.

Schon heute lassen einige Finanzämter eine anteilige Absetzung durchgehen. Für einen freiberuflichen Programmierer von Computerspielen konnte Wawro durchsetzen, die Mietkosten der Ein-Zimmer-Wohnung zu 70 Prozent vom Umsatz abziehen zu dürfen. Der Grund: Die Wohnung war zu großen Teilen von Computern, Kabeln und Spielen übersäht, lediglich ein Hochbett stand im Raum. Mit einem Foto konnte Wawro auch das Finanzamt davon überzeugen, dass die Wohnung überwiegend betrieblich genutzt wird.

Ein Gründer, der beruflich viel mit dem Auto unterwegs ist, kann möglicherweise auch sein Fahrzeug von der Steuer absetzen. „Ab 50 Prozent betrieblicher Nutzung gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen“, so Wawro. Schon ab zehn Prozent könne es in das Unternehmensvermögen eingebracht werden. Dadurch könne der Unternehmer einen Vorsteuerabzug beim Kauf und beispielsweise den Benzinkosten geltend machen.

Wenn es um sonstige Betriebsausgaben geht, kann es für Selbstständige und Unternehmer auch sinnvoll sein, sich über Pauschalen in ihrem Bereich zu informieren. Wenn jemand nicht über solche Grenzen kommt, kann es sich lohnen, eine Pauschale als Betriebsausgabe anzugeben. Generell gilt: Ein Selbstständiger sollte über seine Ausgaben akribisch Buch führen. Denn damit kann er möglicherweise noch mehr absetzen als nur die Pauschale.