Was Gründer schon vor dem Start bei der Steuer beachten sollten

Als ein junger Gründer ihm stolz erzählt, dass er eine Unternehmensgesellschaft (UG) gegründet hat, rät ihm der Steuerberater Wolfgang Wawro: „Machen Sie das am besten sofort wieder rückgängig!“ Denn der Klient des Experten des Deutschen Steuerberaterverbandes hat bei seiner Entscheidung eines nicht bedacht: Mit dieser Art der Rechtsform fallen auch sofort rund 15 Prozent Gewerbesteuer an, während sonst ein Freibetrag von 24.500 Euro gilt.

Das wäre teuer für den Gründer geworden. „Zwar können Gründer mit einer Gesellschaft auch steuerliche Vorteile ernten“, sagt Wawro, „doch sie sollten sich gut überlegen, ob diese Rechtsform wirklich notwendig ist.“ Denn neben der Steuer kommen weitere Verpflichtungen wie etwa die Bilanzierung auf den Selbstständigen zu. Wer alleine gründet, kann auch als Einzelunternehmer firmieren – ohne ein Gewerbe anmelden zu müssen.

Das Beispiel zeigt: Schon bei dem Start in die Selbstständigkeit oder des eigenen Unternehmens können Gründer unbewusst Entscheidungen über ihre Steuerlast fällen. Wer den Schritt in die Selbstständigkeit oder zum eigenen Start-up wagt, sollte sich deshalb schon vorher informieren, welche Konsequenzen beispielsweise die Wahl der Rechtsform hat. Denn der Aufwand unterscheidet sich je nach Form des Unternehmens.

So ist eine Bilanz ist für Freiberufler und Selbstständige keine Pflicht. Sie müssen gesetzlich lediglich eine Einnahmenüberschussrechnung vorlegen, wenn sie über einen Umsatz von 17.500 Euro jährlich kommen. Einzelunternehmer sind ebenfalls von der Bilanzierung befreit, wenn der Umsatz nicht 500.000 Euro und der Gewinn nicht 50.000 Euro überschreiten. Bei Personen- und Kapitalgesellschaften hingegen ist eine Bilanz immer verpflichtend.