Die Verbraucher, die sich Jahr ein, Jahr aus wegen des Belegchaos die Haare raufen, dürfte dieser Trend freuen. Das haben andere Gründer längst erkannt. Ähnlich wie die Taxfix-Chefs hat Matthias Raisch, Gründer des Start-ups Pareton, schon 2014 eine Software für das Erledigen der Steuererklärung entwickelt. Taxbutler heißt seine App, mit der der Steuerzahler für einen Betrag ab 27 Euro digitale Hilfe bei der Steuererklärung erhält. Das junge Unternehmen erhielt kürzlich mediale Aufmerksamkeit, weil CDU-Finanzsekretär Jens Spahn 15.000 Euro in die Stuttgarter Firma investiert hatte. Nach heftiger Kritik, auch weil Spahn innerhalb seiner politischen Aufgaben für genau solche Fintech-Unternehmen zuständig ist, kündigte er an, die Anteile von 1,25 Prozent abstoßen zu wollen. Anfangs hatte er seine Beteiligung noch als „pfiffige Idee“ bezeichnet.

Jedoch war das nicht das erste Mal, das sich Pareton-Gründer Raisch Kritik einhandelte. Bereits ein Jahr nach der Gründung untersagte das Finanzamt ihm das Erstellen von Steuererklärungen, wie „Spiegel Online“ Anfang September meldete. Der Hintergrund: Nur Steuerberater sowie Wirtschafts- und Buchprüfer dürfen das Vorgehen der Steuererklärung vollständig übernehmen. Vorher hatte Raisch angegeben, dies mithilfe eines Mitarbeiters tun zu wollen. Heute kümmert er sich, wie er im Gespräch mit WiWo Gründer erzählt, nur noch um die formale Fehlerkorrektur der Texterkennung, mit der die App funktioniert. Nach eigenen Angaben hat die App aktuell etwa 1000 Nutzer.

Nicht nur Raisch oder Mathis Büchi haben sich rund um die Mühen der Steuererklärung positioniert. Die App Scanbot ist mit rund 1,5 Millionen aktiven Nutzern kein spezielles Steuerhilfe-Angebot, hilft aber als App beim Scannen von Belegen. Hinter Lohi-Connect steckt der Bayrische Lohnsteuerhilfeverein – mit der App kann man nach eigenen Angaben die Unterlagen digitalisieren und rechtssicher an den Berater übertragen.

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