Und nicht nur die finanzielle Unterstützung wächst. Erst vor einigen Tagen besuchte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz das Vorzeige-Start-up Jimdo. Das Team hat mit seinem Baukasten für Webseiten unter anderem schon den Deutschen Gründerpreis abgeräumt. „Wir haben uns über den Besuch sehr gefreut“, sagt Mitgründer Fridtjof Detzner. „Die Politik hat erkannt, wie wichtig es ist, junge Firmen zu unterstützen.“

So auch mit nextMedia.Hamburg, einer gemeinsamen Initiative der Stadt, der örtlichen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und des Vereins Hamburg@Work. Mit dem StartHub bieten sie eine Anlaufstelle für Gründer und organisiert Veranstaltungen zur Förderung und Vernetzung der Szene, wie den Webfuture Award. „Eine solche Einrichtung hat mir damals in der Gründungsphase gefehlt“, sagt Kurfess von Appinio.

Auch die zahlreichen Hamburger Hochschulen haben die Bedeutung von Start-ups erkannt: Sowohl die Technische Universität Hamburg-Harburg als auch private Hochschulen wie die Hamburg Media School betreiben inzwischen eine professionelle Gründerförderung. Um den Standort weiter zu entwickeln, müsse nun vor allem der Austausch mit alteingesessenen Unternehmerfamilien gefördert werden, so Detzner.

„Start-ups und Familienunternehmen zusammenbringen“

Denn auch das ist eine der Hamburger Stärken: Der Handelsstandort vereint altes Geld mit über Generationen gewachsener unternehmerischer Erfahrung. Bisher werde diese Ressource allerdings kaum genutzt, sagt Stuffle-Mitgründer Jäger. Und auch Seikel von Hanse Ventures betont: „Wir brauchen Veranstaltungen, die Start-ups und historisch gewachsene Familienunternehmen zusammenbringen.“ Die Gründerschmiede organisiert solche Events bereits, erhofft sich aber in Zukunft mehr Unterstützung von Seiten der Politik dafür. „Das kann unter anderem Vertrauen schaffen.“

Als Vorbild für eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen Alt und Neu könnte das Engagement der Hamburger Otto Group dienen. Dort investiert man derzeit rund 300 Millionen Euro in das hauseigene Start-up-Projekt Collins.