Die Zahl der Geldgeber und Förderer in der Hansestadt war in den vergangenen Jahren sogar zurückgegangen. Den Wagniskapitalgeber Earlybird zog es 2011 ausgerechnet an die Spree, zwei Jahre später gab Xing-Gründer Lars Hinrichs das Ende seines Inkubators HackFwd bekannt, die Gründerschmiede Digital Pioneers von Big Point-Gründer Heiko Hubertz folgte.

Inzwischen aber kommen neue Förderprogramme. Anfang dieses Jahres zum Beispiel startete die Gründerwerft – ein Inkubator für IT-Start-ups. Und im September nahm der Next media Accelerator der dpa seine ersten drei Start-ups auf und will so den digitalen Wandel in der Verlagswelt vorantreiben.

Erst seit zwei Jahren eine eigene Förderbank für Gründer

Tobias Seikel, Partner und Geschäftsführer von Hanse Ventures, begrüßt diese Entwicklung, merkt aber an: „In Hamburg engagieren sich bislang vor allem private Initiativen für die Start-up-Szene.“ Ein Beispiel dafür ist das Projekt Hamburg Start-ups von Sanja Stankovic und Sina Gritzuhn. Um auf Hamburger Gründer aufmerksam zu machen, betreiben die beiden Digitalliebhaberinnen seit November vergangenen Jahres eine Internetplattform, auf der sie die wichtigsten Akteure sowie aktuelle Entwicklungen beschreiben. Zudem organisiert die Initiative Veranstaltungen und ist so, ähnlich wie der Coworking-Space Betahaus, innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Treffpunkte der Szene geworden.

Die Stadt Hamburg leistete sich dagegen lange Zeit nicht einmal eine eigene Förderbank für Start-ups. Das hat sich inzwischen geändert. Seit zwei Jahren vergibt die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) zu günstigen Konditionen Kredite an Existenzgründer. Beim Förderangebot InnoRampUp bekommen Gründer zudem Zuschüsse bis zu einer Höhe von 150.000 Euro; der Innovationsstarter Fonds stellt Unternehmen bis zu einer Million Euro Wachstumskapital zur Verfügung. Insgesamt sollen zunächst rund zwölf Millionen Euro investiert werden.