André Nikolski, Geschäftsführer des Basislager, eines Coworking Space in Leipzig, ist Co-Organisator der diesjährigen Startup Safary und überzeugt vom Tag der offenen Tür: „Die Startup- Szene in Leipzig wächst und gemeinsam Events zu organisieren, bringt uns allen viel“, sagt er. Die vielen Veranstaltungen sollen künftigen Jungunternehmern die Augen öffnen. „Ein Startup zu gründen ist momentan sehr hip. Das dahinter enorm viel Arbeit und auch Niederschläge stecken können, wissen die meisten nicht“, sagt Nikolski.

Diesen Vorteil nutzt auch das Startup binee.  Das Unternehmen gibt es seit 2015 und ist momentan Teil der dritten Klasse des SpinLab-Accelerators in Leipzig. „Diese Woche können wir unsere Idee testen und neue Lösungen entwickeln, wenn wir mit Leuten in Kontakt kommen, die unsere Geschäftsidee noch nicht kennen“, sagt Martin Jähnert, Geschäftsführer von binee. Das Startup hat eine Recycling-Idee entwickelt und möchte zwischen Verbrauchern und großen Technologiekonzernen vermitteln. „Wir kümmern uns zum Beispiel um alte Handys und wie diese entweder weitergenutzt oder recycelt werden können“, sagt Jähnert. Die Idee kam den Gründern während einer Entrepreneurship Summer School in München. Aus einem kurzen Projekt ist eine aufwendige Geschäftsidee geworden. Vier Mitarbeiter hat das Unternehmen momentan und steht in Gesprächen mit Partnern aus der Tech-Branche.

Jobs in Leipziger Start-ups gesucht

Nicht nur Unternehmer und Investoren nutzen die Leipziger Startup Safary als Networking-Möglichkeit. Studentin Laura Stagnet studiert an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kunst Betriebswirtschaftslehre im Master und sucht aktuell nach passenden Jobs für ihren Berufseinstieg. „Veranstaltungen wie die Startup Safary helfen mir enorm bei der Jobsuche. Ich interessiere mich sehr für Online-Jobs und würde später sehr gern in einem jungen Unternehmen arbeiten“, sagt die Studentin, die in ihrer Freizeit auch einen Blog führt. Viele Blogger und Kreative tummeln sich in den weitläufigen Hallen der Baumwollspinnerei. Laura ist nicht allein gekommen, sie hat noch eine Freundin aus Jena mitgebracht.

„In Jena existiert gar keine richtige Startup-Szene“, sagt Marie Schwimmer. Sie studiert General Management im Master in Jena und organisiert in ihrer Freizeit Flohmärkte. „Ich würde später total gern etwas Eigenes gründen, aber in Jena fehlt mir das nötige Netzwerk. Deshalb bin ich heute nach Leipzig gekommen.“, sagt die Studentin. Die beiden Freundinnen haben sich online für die Startup Safary angemeldet und konnten sich einen individuellen Plan für ihre favorisierten Veranstaltungen zusammenstellen. „Das ganze ist sehr eng getaktet“, sagen die beiden. „Zu manchen Veranstaltungen schaffen wir es gar nicht, weil wir nicht in so kurzer Zeit ans andere Ende der Stadt fahren können.“ Zwar kooperiert die Safary dieses Jahr mit einem Shuttle Service, der ist aber nur für die erste Fahrt kostenlos. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Zeitplan fast nicht einzuhalten.