Und so gründete der Wissenschaftler den Q-Hub, der mit einzelnen Veranstaltungen die sozialen Probleme anschneidet, insgesamt jedoch ein breit gefasstes Themenspektrum bietet: Digitalisierung, Big Data und Business Intelligence. Das spiegelt sich auch in den Start-ups wieder, die nun bereits den Q-Hub bezogen haben: darunter ein paar Angestellte des rasant wachsenden Startups Staffbase, eine App für Mitarbeiterkommunikation, die deshalb vorübergehend Räume suchten, sowie Authentic Network, eine Blockchain-Anwendung für Lieferketten – und die drei Gründer von Encore. „Wir haben ja irgendwas mit dem Internet zu tun“, scherzt Willi Linke „Da ist es eigentlich relativ egal, wo wir sitzen.

 Der 28-Jährige entwickelt mit seinen Kollegen eine Plattform, auf der Anwender unterschiedliche Apps miteinander verknüpfen und verwalten können. Eine überall anwendbare Lösung, mit der sich unter anderem verschiedene Cloud-Dienste vereinheitlichen lassen. Und dennoch sind es insbesondere regionale Unternehmen, mit denen sie zusammenarbeiten: Laviu, MapCase und Cinector beispielsweise, die weniger als 80 Kilometer entfernt sitzen.

Gehypte Start-up-Cities wie Berlin kamen für sie nicht in Frage. „Hier kennt man sich und die Kontakte sind enger“, sagt er. Zuvor hat er im Leipziger Startup DataVirtuality gearbeitet, bevor er auf seine beiden Mitgründer stieß, die in Chemnitz bereits Frau und Kinder haben. Da mache es Sinn, in der Region zu bleiben, sagt Linke. „Familiärer Rückhalt ist enorm wichtig, gerade wenn du das Arbeitspensum eines Start-ups hinlegen musst“. Wohnen ist günstig, mit dem Rad sind sie keine 15 Minuten zur Arbeit. Und auch die Suche nach Kita-Plätzen bereitet in der vielleicht bald ältesten Stadt Europas weniger Sorgen.