„Wir müssen die Grenzen stretchen”, erklärt Geißler den nötigen Austausch mit den regionalen Firmen: Union Werkzeugmaschinen, die Modemarke Bruno Banani und das Volkswagen Motorenwerk beispielsweise, die auf frischen Input und Dienstleister angewiesen sind. „Wir müssen sie reinholen, um auch etwas von ihnen zu lernen“. Das geht darüber hinaus, was klassische Co-Working-Spaces bieten. In Sachsen sind es sonst vor allem der Dresdner Impact Hub und das SpinLab, ein Leipziger Inkubator, die ähnlich progressiv vorgehen. Auch dort experimentieren kleine Teams an Prototypen, wenden neueste Kreativprozesse an – und setzen in Workshops auf das Feedback möglicher Kunden.

Auch deshalb hat Geißler sich einige der wenigen verfügbaren Mitstreiter gesucht, die bereits als Business Angels in Erscheinung getreten sind. Da ist zum einen Frank Theeg, Geschäftsführer von e-dox, einem Dienstleister für Digitalisierungsprozesse. Und Lutz Mehlhorn, der lange bei Henkel und EY tätig war. Am Tag der Impact Challenge begleitet der 63-Jährige eine der Gruppen.

Ihn und Geißler eint der Optimismus. Probleme begreifen sie als Chancen. Mehlhorn kommt aus einer Unternehmerfamilie, die Chemnitz nach dem zweiten Weltkrieg verließ und in Krefeld in die Textilindustrie einstieg. Erst nach dem Fall der Mauer reiste Mehlhorn zum ersten Mal nach Chemnitz – und investierte in Immobilien. Er sei ein „Pioniertyp“, angezogen von Chemnitz, „weil die Stadt nicht fertig ist, es in um jeder Ecke Challenges gibt“.

Auch unternehmerisch, beispielsweise im Bereich Telemedizin, seien die Erfahrungen vor Ort mitunter wertvoller als die in Berlin-Kreuzberg, ergänzt Geißler: „Da macht man sich keine Vorstellungen über die Herausforderungen eines Versorgungssystems im Erzgebirge, wo der nächste Kinderarzt vielleicht eine dreiviertel Stunde entfernt ist.“

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