Dennoch profitiert vor allem Berlin vom klischeehaften Start-up-Image. „Hier gibt es ein internationales Flair, viele Business Angels, viele Investoren, viele Veranstaltungen, auf denen man sich austauschen kann“, sagt Paul Wolter, Sprecher beim Bundesverband Deutsche Start-ups. Als Business Angels werden Geldgeber genannt, die neben der Finanzkraft auch über Know-how verfügen und die Start-ups mit ihren eigenen Gründererfahrungen begleiten und unterstützen.

16,8 Prozent der innovativen Unternehmen sitzen in inzwischen in Berlin, wie aus einer Studie des Verbands hervorgeht. Daneben gelten vor allem Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg kommen demnach zusammen auf einen Anteil von knapp 26 Prozent) und die Rhein-Ruhr-Region (11,3 Prozent) wegen ihrer hohen Universitätsdichte als Gründermagneten.

„Im süddeutschen Raum hat man seit Jahrzehnten ein gewachsenes Cluster an Industrie“, sagt Verbandssprecher Wolter. Deshalb ließen sich hier vor allem Start-ups im Bereich der industriellen Fertigung, dem Internet der Dinge sowie Vernetzung und Produktion nieder. In Dresden wiederum konzentrieren sich Gründer vor allem auf die Bereiche Informationstechnik, Mikroelektronik, Biotechnologie und neue Werkstoffe.

Und in Frankfurt am Main wirbt man gerne mit der Nähe zum Finanzplatz um Kreative. Junge Finanzfirmen („Fintechs“) sollen helfen, Banken fit für die Digitalisierung zu machen. So unterstützt die Deutsche Börse Gründer mit einem Netzwerk beim Wachstum und einem eigenen Handelssegment für Start-ups zum leichteren Börsengang.

Die Deutsche Bank hat eine Digitalfabrik gegründet, die Wachstumsfirmen einbindet. Und die Commerzbank investiert mit ihrem „Main Incubator“ in Fintechs, während sich im Gründerzentrum TechQuartier Kreative mit Investoren und Beratern austauschen. Stadt, Land und Hochschulen haben jüngst einen umfangreichen Aktionsplan vorgelegt, um Frankfurt als digitalen Finanzplatz voranzubringen.

Die Städte versprechen sich als Standort für Start-ups auch Arbeitsplätze, auch wenn die jungen Unternehmen häufig händeringend nach Fachkräften suchen. Im Durchschnitt schaffe ein Start-up-Unternehmen 18 Arbeitsplätze, rechnet der Digitalverband Bitkom vor. Im Vergleich dazu würden allgemeine Unternehmensgründungen lediglich 0,4 Arbeitsplätze pro Betrieb schaffen, so der Startup-Verband. Da lohnt sich der Wettkampf um die innovativsten Köpfe.

dpa