Wie überzeugten die Gründer ihre anspruchsvollen Kunden? Becker: „Du musst schnell sein, du musst es auf den Punkt bringen, dich auf die Qualitäten konzentrieren, die du hast und authentisch sein. Amerikaner sind offen, wenn die Innovation stimmt, sie sind aber auch ängstlich. Alles ist hier viel kurzlebiger.“

Nach den Erfolgen in New York stellte sich die Frage, ob das Geschäft weiterhin von der Schweiz betrieben werden sollte. Das Pendeln zwischen Zürich und New York wurde zur Belastung. Becker und Dessauges mieten die billigsten Büros in New York, die sie finden konnten – ohne Klimaanlage und mit nervend langsamen Internetverbindung: „Dort haben wir einfach gearbeitet, zwölf Stunden am Tag sechs Tage die Woche.“ Mit einer weiterentwickelten App konnte Becker 2013 schließlich die Zürcher Kantonalbank als Investor gewinnen. „Seitdem“, erzählt er, „können wir mehr in unser Produkt investieren und freier arbeiten, das gibt eine gewisse Ruhe“.

Noch schreibt das Start-Up keine schwarzen Zahlen, was sich allerdings – so hoffen die Gründer – bereits nächstes Jahr ändern könnte. Seit der Gründung hat das Unternehmen rund 15.000 Events und zwei Millionen Check-Ins abgewickelt. Zkipster hat Kunden in 60 Ländern. Deutschland ist der fünftgrößte Markt für Zkipster und kommt derzeit auf mehrere 10.000 Check-Ins pro Jahr. Die meisten Kunden befinden sich allerdings in den USA, gefolgt von Großbritannien. Neben dem Grundprodukt bietet Zkipster noch zusätzliche Funktionen wie das zFace, das Bilder von Personen sucht und diese direkt in Gästelisten überträgt. Mit solchen zusätzlichen Features können höhere Umsätze generiert und weitere Märkte erschlossen werden. Zkipster hat derzeit acht feste Mitarbeiter und wächst ständig. Außerdem arbeiten bis zu 14 freie Mitarbeiter für das Startup.

Vor zu großer Konkurrenz muss sich Zkipster nicht fürchten: Es gebe nur drei Unternehmen weltweit, die einen ähnlichen Service anbieten, sagen die Gründer. Zkipster jedoch scheint einen guten Vorsprung zu haben. Neben New York und Zürich hat das Startup schon Ableger in London, Sao Paulo und Hong Kong. „Wir haben Leute auf der ganzen Welt positioniert, die das gleiche machen, wie wir in New York“, sagt Becker. „Klinken putzen“.