Im vergangenen Jahr haben Start-ups weltweit so viel Risikokapital eingesammelt wie nie zuvor, zeigt eine aktuelle Studie. In Deutschland setzen Investoren vor allem auf Künstliche Intelligenz.

Mit insgesamt 254 Milliarden Dollar haben Start-ups weltweit im vergangenen Jahr eine neue Rekordsumme von Investoren erhalten. Das bereitgestellte Risikokapital stieg um fast 50 Prozent im Vergleich zu 2017 mit 174,6 Milliarden Dollar, errechnete die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in einer heute veröffentlichten Auswertung (hier geht es zum PDF der Studie).

Rund um den Globus konzentriert sich das Risikokapital inzwischen stärker, so die Studienautoren. „Ungeachtet des neuen Investitionsrekordes ist die Zahl der Deals weltweit gesunken. Investoren achten inzwischen genauer darauf, worin sie investieren“, lässt sich KPMG-Partner Stefan Kimmel zitieren.

Höhere Beträge im Spiel

Einige außergewöhnlich hohe Finanzierungen wirken sich stark auf die Statistik aus: So flossen in der ersten Jahreshälfte 14 Milliarden Dollar allein an das chinesische Fintech Ant Financial. Ende des Jahres sackte der US-amerikanische E-Zigarettenhersteller Juul 12,8 Milliarden ein. Mit diesen Mega-Deals stieg laut KPMG auch die Zahl der sogenannten Einhörner stark an: 94 dieser jungen Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar waren 2018 weltweit unterwegs, im Vorjahr lag die Zahl noch bei 53.

Als bemerkenswert stellen die Studienautoren heraus, dass Start-ups seit 2010 immer größere Finanzierungsrunden stemmen: Im Mittel erhielten sie 2010 noch 5,5 Millionen Dollar in der Wachstumsphase, 2018 waren es bereits 11,5 Millionen – mehr als doppelt so viel. Dieser Trend lasse sich auch bei frühen Finanzierungsrunden erkennen.

Mehr Deals in Deutschland

Besonders gute Aussichten auf frisches Kapital haben in Deutschland laut KPMG vor allem junge Firmen mit Geschäftsmodellen rund um Künstliche Intelligenz (KI). „Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland auch in diesem Jahr viel Geld in Start-ups fließen wird, die sich mit KI-Anwendungen beschäftigen. Denn diese Technologie befindet sich hierzulande noch in der Frühphase der Entwicklung“, so KPMGPartner Tim Dümichen. Für die Studie „Venture Pulse“ analysieren die Wirtschaftsprüfer regelmäßig die weltweiten Risikokapital-Investitionen und greift dafür auf Zahlen aus der Datenbank von Pitch Book zurück.

In der deutschen Start-up-Welt stellt die Beratungsgesellschaft EY sowohl höhere Investitionssummen als auch mehr Deals fest, wie aus einer aktuellen Auswertung für das Jahr 2018 hervorgeht. Auf knapp 4,6 Milliarden Euro beziffert EY die Gelder, die junge Digitalunternehmen von Investoren, durch Börsengänge oder auch durch Kryptowährungen eingenommen haben.