Reichelt und Rauschschnabel, die schon vor der Bluum-Gründung in den USA lebten, konnten bislang insgesamt 1,5 Millionen Dollar Wagniskapital einsammeln. Neben dem Zugang zu Kapital schätzen die Gründer auch den großen US-Markt. Denn anders als etwa in Deutschland erfreuen sich die USA starker Geburtenraten. Pro Jahr würden in den USA vier Millionen Babys geboren, sagt Reichelt. „In Europa wäre unser Geschäft so nicht realisierbar. Dort müssten wir auch für jedes Land ein anderes Konzept entwickeln, weil die Produktwünsche stark variieren“, meint Reichelt. Für die weitere Zukunft haben die beiden Gründer zwar Deutschland als Absatzmarkt auf dem Radar, aber für Reichelt ist „die USA ist ein so großer Markt, da haben wir noch genug Zeit uns auszutoben“.

10.000 Boxen im Monat

Bluum verschickt zurzeit jeden Monat rund 10.000 Boxen. Bereits Ende Juni wurde der Gesamtumsatz des Vorjahres überholt, so dass sich 2014 der Umsatz verdoppelt haben dürfte. Als gelernter Prozessingenieur ist Reichelt überzeugt, dass „die Effizienz der Prozesse und Kosten so schnell keiner Bluum nachmacht“. Um mehr Kunden zu gewinnen, hat Bluum den Blog bluumblurbs.com im Sommer ins Leben gerufen. Eltern können dort mehr über die verschickten Produkte erfahren.

Bluums wichtigstes Ziel für 2014, die Profitabilität, haben die beiden Deutschen erreicht. Aber sie sind dennoch einig, dass die Gründung länger dauert hat als gedacht. „Die Probleme stecken im Detail“, meint Rauschschnabel. Für Reichelt ist das Gründer-Dasein eine Achterbahnfahrt der Gefühle: „Höhen sind schön hoch, Tiefen sind schön tief.“