Eine Schwangerschaft ist für viele Frauen ein Anlass, sich mit gesunder Lebensweise, Bioprodukten und unschädlichen Kosmetika zu beschäftigen. So war es auch bei Ewa Asmar.

Von Svenja Bebenek und Martin Seiwert

Die in Mönchengladbach aufgewachsene, dreifache Mutter lebte während ihrer ersten Schwangerschaft in New York und musste erkennen, dass es in den USA nur wenige bio-zertifizierte Kosmetika gibt. Also gründete die frühere Mitarbeiterin der Kosmetikfirmen L’Oreal, The Body Shop und Yves Rocher 2010 das Bio-Kosmetik-Unternehmen Bionée.

Asmar hat ihre eigenen Erfahrungen genutzt, um ihre Produkte so gut wie möglich auf das Wohlbefinden von Mutter und Kind abzustimmen: „Ich kenne die speziellen Bedürfnisse, die man während und nach einer Schwangerschaft hat“, sagt Asmar. Bionée hat drei Produktlinien: Produkte für die Zeit der Schwangerschaft, Produkte für die Zeit danach und Produkte für Babys.

Produkte mit Bio-Siegel

Bionée hat unter anderem das erste bio-zertifizierte Haarshampoo für die Zeit nach der Schwangerschaft entwickelt. Alle Produkte haben das Ecocert-Bio-Siegel und werden in einem Labor in Südfrankreich produziert. „Bei Kosmetik verbinden viele Verbraucher „Made in France“ mit einer sehr hohen Produktqualität“, sagt Asmar. Dies sei aber nicht der einzige Grund, warum sie produzieren lässt: „In Europa können kleinere Firmen klein anfangen. In Amerika geht es immer gleich um große Mengen, was die Kosten in die Höhe treibt.“ 

In den USA beginne eine professionelle Produktion bei 10.000 Stück, in Frankreich dagegen seien Serien von 1000 Stück möglich. Ihre Produkte verkauft die Geschäftsfrau per Direktvertrieb und online. Rund 100 Frauen arbeiten für Bionée auf Kommissionsbasis im Produktvertrieb.

Und warum hat Asmar ihr Unternehmen nicht in Deutschland gegründet? Deutschland habe mit durchschnittlich 1,3 Kindern pro Frau die kleinste Geburtenrate in Europa, sagt die Gründerin. Deshalb sei der Markt für ihre Produkte dort deutlich kleiner als in den USA, wo die Geburtenrate im Durchschnitt 2,1 Kinder pro Frau beträgt. Neben diesem klaren Vorteil war es für Asmar auch wichtig, ihrem Mann nach New York zu folgen, der dort sein Masterstudium absolvieren wollte.

Netzwerk mit Ivanka Trump

Durch seine Kontakte zur Universität lernte sie die damals schwangere Ivanka Trump, Tochter des Immobilien-Tycoons Donald Trump, kennen. Ivanka Trump wurde eine der Förderer der grünen Bionée-Kosmetik. „New York bietet ein riesiges Netzwerk“, meint Asmar. „Ich habe die Möglichkeit, mit vielen wichtigen Persönlichkeiten aus dem Kosmetikbereich zu sprechen.“

Neuerdings kann die alleinige Geschäftsführerin von Bionée Amerika wirklich ihr zuhause nennen: sie ist stolze Besitzerin einer Greencard. „Die amerikanische Regierung“, sagt sie, „möchte Menschen, die Wissen mitbringen und Arbeitsplätze schaffen.“