Ebenso wenig Sorgen machen sich die deutschen Start-ups um einen möglichen Führerschein, den gewerblichen Drohnenpiloten demnächst möglicherweise vorweisen sollen. Bei Ascending Technologies, deren Übernahme durch Intel vor wenigen Wochen angekündigt wurde, sei eine Schulung heute schon für annähernd alle Käufer Standard, sagt Sprecher Matthias Beldzik.

Entweder steht für die angehenden Piloten dabei ein eintägigen Theorie- und Praxiskurs bei Ascending Technologies selbst an oder ein Kurs in einem regionalen Trainingszentrum. „Das sind natürlich Kosten und Auflagen, aber sie erhöhen auf der anderen Seite auch die Einstiegsbarriere für Trittbrettfahrer“, sagt Beldzik. Wie in der Fahrschule können aber auch bei einem Drohnenführerschein nur die Basiskenntnisse gelehrt werden. Für die oft hochspezialisierten Einsätze auf hoher See oder an Industrieanlagen schulen die meisten Betreiber ihre Piloten sowieso noch einmal extra nach.

Drohnen sollen außerhalb der Sichtweite fliegen

Hoffnungen setzen einige Unternehmen noch in eine weitere Ankündigung des Bundesverkehrsministeriums: Danach könnte es nach einer Gesetzesänderung auch möglich werden, außerhalb der Sichtweite des Piloten zu fliegen. „Das bremst aktuell noch viele Möglichkeiten des Drohnenmarktes sehr aus“, sagt Hans-Peter Thamm, Gründer von Aerolution aus Berlin, die mit elf Mitarbeitern an Drohnen und passenden Anwendungen arbeiten. „Wir würden natürlich auch gerne außerhalb der Sichtweite fliegen”, sagt auch Florian Seibel.

Besonders in Flächenstaaten ist der autonome Betrieb über viele Kilometer ein wichtiges Argument. Doch nicht nur für Testzwecke wünschen sich die Gründer auch hierzulande größere Möglichkeiten: „Wir müssen im heimischen Markt gute Praxisbeispiele abbilden können – dann gelingt es auch für deutsche Unternehmen, weltweite Marken zu schaffen”, sagt Thamm.