Den Trend, den Omas Hundekekse als Einzelfall bedient, spiegelt die auf Vierbeiner spezialisierte Start-up-Szene in all ihren Facetten: Die Online-Plattform Leinentausch hilft bei der Suche für den Dogsitter etwa in den Ferien. Wer nicht ohne den Vierbeiner verreisen will, findet auf dem Reiseportal Hund mit Koffer eine tierfreundliche Unterkunft. Die Leipziger von Futalis setzen wie die Cremers auf das Geschäft im Fressnapf und entwickelten ein individuelles Futterangebot aus einem Forschungsprojekt heraus. Futalis zufolge überzeugt das Konzept nicht nur zahlreiche Hundehalter, sondern gleich mehrere Gründerprogramme wie Exist oder Smile.

Im Vergleich dazu sind die Cremers auch in Sachen Finanzierung eine Ausnahme. Um Gründer-Wettbewerbe haben sie sich nie gekümmert und ihren Betrieb aus eigener Kasse ohne Gründerkredit gestemmt. „Vielleicht war das falsch, nichts Derartiges zu beantragen, aber meine betriebswirtschaftliche Sicht ist einfach: Was wir nicht geliehen haben, müssen wir nicht zurückzahlen“, sagt Thomas Cremer.

Die kritischen ersten Jahre nach der Gründung, in denen vielen Startern die Puste oder das Geld ausgehen, haben die Cremers überstanden und fragen sich nun, wie es weiter geht. Übernahmeangebote und Massenproduktion lehnt die Familie ab – natürlich. Man wolle der eigenen Marke treu bleiben. „Wir müssen nicht auf Teufel komm raus die größte Hundekeksmanufaktur dieser Erde werden.“