Drei Studenten hatten das Bilderchaos auf ihren Smartphones satt und wollten unvergessliche Momente festhalten. Entstanden ist Mome.

Von Tobias Bayer

„Unsere App bietet die Möglichkeit, Erinnerungen, die sonst verloren gehen mit Freunden festzuhalten“, antwortet Marcel Vogler auf die Frage, warum man Mome downloaden sollte. Vogler gründete zusammen mit Wojtek Kordylewski und Philipp Alfes im Jahr 2015 die Tome Moments UG.

Die kostenlose und werbefreie App möchte Ordnung schaffen und helfen, zwischen unzähligen Bildern sowie Momenten den Überblick für die besonders wichtigen Augenblicke zu behalten. Es soll verhindert werden, dass Erinnerungen verblassen. Mit Mome kann jeder zu verschiedenen Themen und Ereignissen Alben mit Momenten anlegen.

Ganz nach dem Slogan „Sammle private Momente“ sind diese nicht öffentlich, können aber mit Freunden geteilt werden. Der Ersteller lädt sie dazu zu seinem Album ein. Die Mitglieder können dann selbst einzelne Momente hochladen, beschreiben, kommentieren und liken. Momente können neben Fotos und Videos auch Texte und Sprachnotizen sein.

Für eine chronologische Ordnung können Ort und Zeit automatisch hinzugefügt werden. Weder diese Informationen noch die Momente selbst werden von dem Start-up genutzt, versichert Vogler: „Wir wollen, dass alle Alben und Momente ganz privat sind.“ Für die Speicherung der Daten werden ausschließlich Server in Deutschland verwendet. Sollte man seinen Account bei Mome löschen, werden eigene Alben und Momente ebenfalls entfernt.

Die ursprüngliche Idee für das Start-up hatte Entwickler Wojtek Kordylewski bereits vor einigen Jahren. Er suchte nach einer Möglichkeit, das Aufwachsen seiner Tochter digital festzuhalten. Instagram war ihm zu oberflächlich, WhatsApp zu chaotisch und bei Snapchat sind die Momente ohnehin nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Es musste eine eigene App her.

Mit dem WHU-Studenten Marcel Vogler lernte er einen passenden Partner kennen, der sich mit Marketing und Vertrieb auskennt. Nach wenigen Monaten vollendeten sie im September 2015 ihr Gründerteam mit dem Kommunikationsdesign-Studenten Philipp Alfes. Nach fast einem Jahr hatte das Trio die vorläufige Version von Mome fertig.

Anstelle eines weltweiten Launches entschied man sich Ende August für eine Testphase im österreichischen App Store. Ohne Werbemaßnahmen wurde Mome dort einige hunderte Male heruntergeladen und die Gründer auf Probleme aufmerksam. Nach Verbesserungen und weiteren Entwicklungen ist Mome seit Mitte November weltweit und in sechs Sprachen für iOS sowie Android verfügbar. „Einige tausend Downloads gab es seit dem finalen Launch“, sagt Vogler.

Geld verdient hat das Gründer-Trio mit der App bisher noch nicht. Dafür haben sie für die Entwicklung neben viel Zeit auch einen unteren fünfstelligen Betrag investiert. Vor allem für Marketingmaßnahmen ist nun frisches Kapital nötig. Vogler erhofft sich von der anstehenden Finanzierungsrunde einen sechsstelligen Betrag.

Derweil stehen erste Kooperationen in den Startlöchern. In einigen hundert McDonald’s Filialen wird Mome, welches mit dem „Moment“ assoziiert werden soll, künftig mit Tischaufstellern beworben.

Sitz des Start-ups ist das nordrhein-westfälische Wenden. In der Kleinstadt im Sauerland ist jedoch selten mehr als eine Person des mittlerweile sechsköpfigen Teams anzutreffen. Jeder der Gründer sitzt in einer anderen Stadt. Vogler sieht in der dezentralen Organisation nicht nur Nachteile: „Sie schafft Freiräume.“

Diesen Vorteil bietet zurzeit auch der unbegrenzte Speicherplatz. Langfristig könnte sich dies aber ändern. Vogler schließt nicht aus, zu gegebener Zeit eine Bezahlschranke ab einem bestimmten Speichervolumen einzuführen: „Ein Freemium-Modell ist eine Option.“

Mittelfristig möchte sich Mome zunächst auf die DACH-Region konzentrieren und 2017 für diese einen kostenpflichtigen Print-out Service für Alben integrieren. Mit Hilfe eines externen Dienstleisters können besondere Erinnerungen dann auch in den Händen gehalten werden. Durch diese Erweiterung will das Gründer-Trio erstmals Umsatz machen und Gewinn erwirtschaften.