Die Cebit hatte im Vorfeld eifrig für das neue Format geworben und auch Extra-Pakete für den schmalen Gründer-Geldbeutel geschnürt. Neben zahlreichen deutschen Unternehmen nutzten das auch Start-ups aus ganz Europa. Eine ganze Gruppe war etwa unter der Koordination von „Portugal Ventures“ aus dem Süden angereist. Auch viele andere der ausstellenden Unternehmen profitierten von einer finanziellen Förderung durch unterschiedliche Initiativen. Kritik gab es dennoch: Einige Start-ups beklagten sich darüber, dass zwar ein Lan-Anschluss im Paketpreis mit inbegriffen war – für die drahtlose Internetverbindung aber berechnete die Cebit – aller Digitalisierung zum Trotz – zusätzliches Geld.

„Geschenkt gibt es hier nichts“, sagt auch Peter Bakalov lachend. Der junge Münsteraner präsentiert auf der CeBIT ein Social Media Marketing-System, mit dem Firmen durch live verlinkte Fotos die Werbewirkung ihrer Veranstaltungen erhöhen können sollen. Der Messeauftritt ist für den Gründer der Agentur Gorilla Digital Media trotz aller Rabatte eine Investition, die sich rechnen soll: Mit zwei Leuten reiste das junge Unternehmen an, ein Kollege schiebt während der Cebit-Woche alleine im Büro Dienst – „da läuft natürlich einiges an Arbeit auf“, sagt Gründer Bakalov.

Ziel für die Cebit-Woche sind neue Kontakte sowie das direkte Feedback von Standbesuchern, die das System ausprobieren. Nach den ersten Stunden der Messepremiere ist Bakalov zufrieden: „Es waren einige mögliche Kunden dabei, von Belgrad bis Shanghai.“ Auch wenn die Erwartungshaltung einiger Besucher doch eher zu den ausstellenden Großunternehmen in den Nachbarhallen passte: Der Wunsch eines Interessenten, mal eben einen Unternehmensvertreter zur Präsentation nach China zu schicken, war doch noch eine Nummer zu groß.