Produkte für Geschäftskunden, Probleme im Recruiting: Eine Umfrage unter ausgezeichneten Start-ups verrät einige Gemeinsamkeiten.

Grund zum Jubeln: Die Ergebnislisten von mehr 160 Gründerwettbewerben mit 672 prämierten Start-ups aus dem vergangenen Jahr hat das Portal „Für Gründer.de” ausgewertet. Gewichtet nach Größe und Renommee der Preise ist so eine Top-50-Liste entstanden – mit einer bunten Mischung aus Digitalunternehmen der unterschiedlichsten Branchen (hier geht es zum PDF).

Die Start-ups dieser Liste hat das Portal noch einmal zu einer Umfrage gebeten. Dabei stellte sich heraus: Auch für die – zum Teil mehrfach – ausgezeichneten Jungunternehmen bleibt das Recuriting eine große Herausforderung. 72 Prozent der befragten Start-ups gaben an, dass es „schwierig” oder „sehr schwierig” zu finden, neues Personal zu akquirieren.

Auch Geldpreise oder die Aufmerksamkeit von Investoren, Öffentlichkeit und auch Talenten, die mit einer Auszeichnung einhergehen, lösen diese zentrale Herausforderung also allem Anschein nach nicht. Insbesondere die Konkurrenz mit größeren Konzernen wird hier als Problem genannt – die können in aller Regel mit verlässlicheren Karrierewegen und großzügigeren Gehältern punkten. Gleichzeitig fischen alle digital ausgerichteten Unternehmen in einem ausgetrockneten Teich: Entwickler oder Datenwissenschaftler sind generell Mangelberufe in Deutschland.

B2B-Start-ups suchen die Bühne

Auch bei einigen anderen Punkten haben die ausgewählten Start-ups durchaus Gemeinsamkeiten. So richten sich 84 Prozent der Top-50-Liste mit ihren Produkten an Geschäftskunden. Das lässt sich jedoch auch mit der Auswahl erklären: Die oft aufwendige Teilnahme an Gründerpreisen kann sich für B2B-Start-ups lohnen, die auf der Suche nach Kooperationspartnern sind – oder gezielt das Interesse von Jury-Mitgliedern wecken wollen.

Denn die Palette der Wettbewerbe ist groß: Sie reicht von breit angelegten Ausschreibungen wie dem Gründerwettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums bis zu hochspezialisierten Preisen für bestimmte Technologien oder Regionen. Auch die WirtschaftsWoche lobt jährlich den Neumacher-Award aus. Start-ups, die sich dagegen direkt an Verbraucher richten, investieren Zeit und Geld häufiger in direktes Marketing.

Ebenfalls überraschend: Zwei von drei Start-ups haben von staatlichen Zuschüssen profitiert, etwa dem Exist-Gründerstipendium, welches Ausgründungen aus der Hochschule unterstützt. Genauso viele Start-ups von der Liste planen für 2019 zudem eine Kapitalaufnahme.