Ganz überzeugt ist sie von der Idee, eine Veranstaltung extra für Frauen zu machen allerdings nicht. Überhaupt gehen die Meinungen auseinander – Kuschelveranstaltung versus sicheres Umfeld. Die einen sagen, sie müssen sich in der Wirklichkeit auch gegen Männer durchsetzen können, sie bräuchten keine explizite Veranstaltung dafür. Andere freuen sich darüber, eben einmal von diesem Umfeld losgelöst arbeiten zu können. Jurorin Sonja Andishmand befürwortet das Gründerformat: „Frauen haben einen ganz anderen Draht zueinander. Ich kann mir vorstellen, dass einige kommen, weil sie sich hier besser verstanden fühlen.“ Für die Gründerin von Homemade ist das ein idealer Ort, um Selbstvertrauen aufzubauen. Gerade für eine Frau biete die Selbstständigkeit große Vorteile, vor allem in der Terminplanung. So könnten Kinder, Beruf und Freunde gut miteinander vereinbart werden.

Unterschiedliche Ansichten und Entwicklungsstufen, finden sich auch in Brix-Gruppe wieder. Der Knackpunkt: Die Ideenträgerin hat keine Führungskompetenz. Ihr entgleitet immer wieder das Gespräch. Keiner übernimmt das Kommando. Als erfahrende Gründerin hat Brix das Bedürfnis sich einzuschalten und die Leitung selbst in die Hand zu nehmen. Aber sie hält sich zurück. Es ist nicht ihre Idee, deshalb möchte sie nicht zu sehr in den Mittelpunkt geraten. Sie arbeiten weiter, schließlich gibt es noch einiges zu tun.

Am Sonntag stellt sich dann heraus: Es haben nicht alle Gruppen bis zum finalen Pitch geschafft. Motivationsverlust und Krankheit sind die Gründe. Alle übrigen Teams kommen dann noch mal in eine Hochphase der Arbeit. Ergebnisse von Straßenumfragen werden berücksichtigt, man holt sich immer wieder die Meinung eines Mentors ein und auch Tipps für einen guten Pitch, denn für viele ist es das erste Mal vor einem Publikum. Abends ist es soweit. Die Gruppe rund um Brix darf als erstes auf die Bühne. Die Teammitglieder tragen sehr ausgefallene Kleider, passend zu ihrer Idee, eine Boutique zu eröffnen, in der Kleidung und sogar ganze Outfits ausgeliehen werden können. Der Pitch läuft gut, die Jury ist zufrieden, hakt an manchen Stellen noch einmal nach, gibt aber schließlich gute Kritik. Nach und nach präsentieren alle Gruppen ihre Ergebnisse. Die Juroren beraten sich kurz – für einen Sieg hat es bei Brix Gruppe nicht gereicht. Der unkomplizierte Werkzeugverleih, mysexytoolboy.de, überzeugte am Meisten und gewann. Diese Gruppe konnte innerhalb von drei Tagen, ein komplett fertiges Geschäftsmodell präsentieren und eine Website. Für Brix ist dies allerdings keine Enttäuschung, sie profitiert trotzdem von der Veranstaltung. „Ich brauchte noch mal etwas Abstand, jetzt habe ich einen neuen Blickwinkel auf manche Dinge“, sagt sie. Außerdem habe sie drei „Power-Frauen“ kennengelernt, mit denen sie unbedingt weiter in Kontakt bleiben wolle.

Blickt man auf das Engagement, welches sich bei den Teilnehmern innerhalb von drei Tagen, entwickelt hat, so ist das Ziel der Veranstaltung definitiv erreicht. Im Frühjahr wird es die nächste Möglichkeit geben – ein weiteres Start-up Weekend, dann aber als Abschlussveranstaltung einer ganzen Start-up Woche. Düsseldorf wird eine Woche lang Workshops, Pitch-Veranstaltungen und Vorträge rund ums Gründen bieten.