Wie haben Sie sich auf die „Höhle der Löwen“ vorbereitet?
Nicht besonders intensiv, ehrlich gesagt. Denn die Zahlen und Fakten sollte man als Gründer sowieso immer parat haben. Und wir hatten ja auch in der Vergangenheit schon häufiger mit Investoren zu tun. Daher kannten wir uns schon mit solchen Situationen aus. Am Samstag vor dem Auftritt haben mein Mitgründer Elvir Omerbegovic und ich uns aber in unserem Büro getroffen, den Pitch durchgesprochen und uns ein paar alte Folgen angesehen, um uns zu informieren, welche Fragen die Löwen oft stellen. Ein bisschen nervös waren wir natürlich trotzdem, schließlich zeichneten Kameras unseren Auftritt auf.

Die Löwen waren voll des Lobes für Ihren Auftritt und vor allem für Ihren Gründergeist. Das Produkt selbst überzeugte sie am Ende jedoch nicht – fast alle Löwen betonten, dass sie grundsätzlich nicht in Alkohol investieren. Hatten Sie damit gerechnet?
Über die Absage habe ich mich schon gewundert. Wir konnten mit sehr guten Zahlen aufwarten, wir haben seit Anfang des Jahres eine Million Eis verkauft, das Geschäft ist skalierbar und absolut gesund. Allerdings wussten wir auch, dass Alkohol bei den Löwen ein heikles Thema ist und dass das Produkt dementsprechend polarisiert. Letztendlich halte ich die ablehnende Haltung der Löwen gegenüber Start-ups aus dem Bereich Alkohol allerdings für eine reine Image-Frage und auch nicht für ganz ehrlich: Frank Thelen wollte schließlich in einer anderen Staffel in das Bier-Start-up Babo Blue investieren, ebenso wie Jochen Schweizer, der am Ende den Zuschlag bekam.

Judith Williams übte starke Kritik am Namen – konnten Sie diese nachvollziehen?
Ganz im Gegenteil! Wir finden den Namen nach wie vor sehr gelungen – die anrüchige Assoziation entsteht doch ausschließlich im Kopf des einzelnen. In die Richtung wie Frau Williams haben wir natürlich gar nicht gedacht (lacht).

Wie ging es für Suckit nach der TV-Aufzeichnung weiter?
Natürlich wäre es schön gewesen, einen der Löwen mit an Bord zu haben – weniger wegen des Geldes, sondern vor allem wegen der Kontakte und des Know-Hows, allerdings konnten wir auch im Alleingang unsere Markenbekanntheit schnell vorantreiben: Meine Mitgründer vom Start-up True Fruits bringen bestes Branchenwissen mit ein und Elvir Omerbegovic, der mit mir zusammen in der Höhle der Löwen war, ist als Gründer des Plattenlabel Selfmade Records fit in Sachen Marketing. Insofern war 2016 für uns bisher ein super Jahr und wir sind vorerst nicht auf ein Investment angewiesen – zurzeit machen wir aus eigener Kraft weiter. Wie es 2017 weitergeht, wird sich zeigen. Deutschland ist als größter Binnenmarkt Europas momentan unser wichtigster Markt, aber unser Ziel ist ganz klar Wachstum und Expansion ins Ausland.