Nicht ganz so gut schnitt Deutschland bei der Investorensuche ab. Jeder zweite Gründer (50 Prozent) zeigte sich zwar zufrieden mit den Möglichkeiten, auf Investoren zu treffen. Das heißt aber auch, dass 50 Prozent genau das nicht sind. Diese Angaben verwundern wenig. Auch eine Studie der IESE Business School hatte kürzlich festgestellt, dass Deutschland für Risikokapitalgeber zwar interessant ist, gerade die hohen Hürden durch die Bürokratie hierzulande aber auch abschreckend wirken.

So positiv die Aspekte insgesamt bewertet werden, so unterschiedlich werden sie in den verschiedenen Regionen bewertet. Die Bitkom-Studie spricht damit auch ein großes Problem des Start-up-Standorts Deutschland an: Außerhalb von Berlin kämpfen junge Unternehmen mit deutlich mehr Problemen. Ein Beispiel: die Büromieten. Während 69 Prozent der in der Hauptstadt ansässigen Start-ups mit den Kosten für ihre Gewerbefläche zufrieden sind, gilt das in Hamburg gerade einmal für jedes zweite (50 Prozent) und in München sogar nur für jedes vierte (24 Prozent).

Hamburg und München sind zu teuer

Ähnlich problematisch sieht es bei der Mitarbeiterbezahlung aus. In der deutschen Hauptstadt zeigen sich drei von vier Start-ups (77 Prozent) zufrieden mit den Personalkosten. In Hamburg und München gibt dies gerade einmal einer von drei Jungunternehmern (39 beziehungsweise 36 Prozent) an. Gravierende Unterschiede zeigen sich auch in den Lebenshaltungskosten. Sind in Berlin 95 Prozent zufrieden damit, geben dies in Hamburg nur 58 Prozent, in München sogar nur zwölf Prozent der befragten Start-ups an.

Ein Problem der Bitkom-Untersuchung: Die Studie geht nicht näher auf andere Städte am Standort Deutschland ein. Gerade im Westen und Osten der Republik dürften Start-ups noch auf ganz andere Probleme treffen. Die vorliegende Untersuchung gibt daher keinen vollständigen Einblick in die Gründerlandschaft in Deutschland.