Das Start-up Particulate Solutions will Unternehmensspenden revolutionieren und wirkungsvoller gestalten.

Von Tobias Bayer

Weihnachtsgeschenke von Unternehmen an Kunden sind heikel. Warum also nicht gemeinsam spenden und Gutes tun? Das fragten sich auch Stephanie Henn, Stefan Fink und Stefan Pandorf. Die drei Freunde gründeten 2012 Particulate Solutions. Sie wollen Kundenbindung und Marketing mit gesellschaftlichem Engagement verknüpfen.

Das Prinzip: Der Kunde kauft ein Produkt, scannt den entsprechenden Code eines Kassenbons oder einer Visitenkarte ein und erhält dafür von dem Unternehmen Punkte. Diese sogenannten SocialCoins kann er sammeln, um verschiedene sozialer Projekte zu fördern.

Das Start-up hat bereits 60 Kunden, darunter die Kosmetik-Marke Essence und die Jobbörse Monster. Während einige von ihnen langfristig mit einer eigenen Plattform betreut werden, bedient das Start-up andere nur für die Weihnachtszeit.

Auf die Idee kamen die drei Gründer 2010 während eines Auslandsemesters in Finnland. Dabei ließen sie sich von der damals aufkommenden Schwarmfinanzierung inspirieren. Der Name „Particulate“ geht auf „particle“ und „to participate“ zurück und spiegelt den Unternehmenskern wieder. Beim Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz gewann das Trio im Jahr 2012 den 1. Platz in der Kategorie Innovative Dienstleistung.

In Rheinland-Pfalz ist auch der Standort des Start-ups. „Koblenz, da wo Rhein und Mosel zusammenfließen“, gibt Particulate auf seiner Homepage genauer zu wissen. Für die 113.000-Einwohnerstadt hat man sich laut Pandorf aufgrund der guten Beziehungen zur Universität Koblenz-Landau und der Hochschuldichte der Region entschieden.

Pandorf ist mit der jüngsten Entwicklung zufrieden: „Unser Umsatz ist dieses Jahr um 400 Prozent gestiegen und wir sind weiterhin auf Wachstumskurs.“ Die Teamgröße hat sich zugleich auf 30 Mitarbeitende verdoppelt. Wie wichtig die Mannschaft für den Erfolg ist, zeigt Particulate auf seiner Homepage: „The team with the best players wins“, steht dort. Ein Zitat des ehemaligen General-Electric-CEOs Jack Welch.

Verantwortlich für den Erfolg sind allerdings auch sieben Investoren aus drei Finanzierungsrunden. Trotz eines Investitionsvolumens im Millionenbereich hält das Gründer-Trio noch die Mehrheit an seinem Start-up. Derzeit konzentriert es sich noch auf den deutschen Markt, doch mittelfristig werden Expansionen geplant. Dann könnten auch wieder neue Investoren einsteigen.