Die Gründer von GlowGarage brachten Judith Williams in der “Höhle der Löwen” zum Schwärmen. Doch letztendlich investierte ein anderer Juror.

Die Brüder Stefan, Markus und Andreas Wanning haben eine Mission: Sie wollen das Fahrradfahren sicherer machen. Daher entwickelten sie fluoreszierende Streifen für die Felgen und Lichter, um sie an Rahmen oder Gabel zu befestigen. Damit sind Radfahrer im Dunkeln besser zu erkennen.

In der “Höhle der Löwen” hofften sie nicht nur auf 100.000 Euro für 20 Prozent ihres Unternehmens GlowGarage, sondern auch auf kompetente Hilfe in Sachen Vertrieb. Bis kurz vor Schluss des Pitches sah es so aus, als müssten die Brüder ohne einen Investor an ihrer Seite nach Hause fahren, doch dann zeigte einer der Löwen Herz – und Interesse. Im Interview verrät Stefan Wanning, was aus der geplanten Zusammenarbeit wurde und wie es nach der Aufzeichnung weiterging.

Herr Wanning, drei Brüder, die gemeinsam ein Start-up hochziehen – ist das total verrückt oder ein Erfolgsrezept?
Vielleicht ist es ein bisschen von beidem: Es setzt natürlich voraus, dass man sich gut versteht und zusammenhält. Das ist bei uns der Fall. Wir verbringen auch unsere Freizeit oft miteinander, fahren gemeinsam in den Urlaub, gehen
zusammen Wandern, Skifahren, Wakeboarden. Dabei wird dann fast immer über das Unternehmen und die nächsten Schritte gesprochen. Da wir uns schon ein Leben lang kennen, haben wir eine sehr eigene Dynamik entwickelt, die für
Außenstehende schon fast befremdlich wirkt, weil wir uns teilweise ohne Worte verständigen können. Wir kommen immer schnell zu einer gemeinsamen Entscheidung und müssen selten lange diskutieren. Ich glaube, so ein enger Kontakt kann fast nur in einer Familie funktionieren.  Ich weiß einfach, dass ich mich, wenn es drauf ankommt, voll auf die anderen beiden verlassen kann.

Mit GlowGarage wollen Sie den Fahrradmarkt aufmischen. Was machen Sie genau und wie kamen Sie auf die Idee?
Die Idee zu GlowGarage hatten wir bereits vor sechs Jahren bei einer gemeinsamen Urlaubsreise. Wir saßen im Flugzeug, und als während der Sicherheitseinführung auf die Leuchtstreifen auf dem Boden hingewiesen wurde, welche den Weg zum nächsten Notausgang zeigen, kam uns die Idee, dass man das gleiche Prinzip auch auf einem Fahrrad anwenden könnte. Ein cooler Effekt wie in Tron, einem US-amerikanischen Spielfilm aus den 80ern. Wir haben das Projekt damals aber nicht weiter verfolgt, da wir uns auf unser damaliges Haupt-Unternehmen ´KA-Winch´ konzentriert haben, mit dem wir seit 2009 Seilwinden für Wakeboards konzipieren. Durch diese Arbeit hatten wir Kontakte nach Übersee, die uns auch bei der Produktion von Lichtern helfen konnte, so dass wir im vergangenen Jahr zu dem Entschluss gekommen sind, diese Idee wieder aufzugreifen und GlowGarage zu starten.

Es mangelte nicht an Kritik seitens der Löwen: Sie hätten zu wenig Feuer und Leidenschaft, Ihr Produkt sei leicht zu kopieren und insgesamt verbesserungswürdig. Konnten Sie diese Vorwürfe nachvollziehen?
Grundsätzlich müssen wir sagen, dass die Kritik seitens der Löwen immer sehr konstruktiv war – meiner Meinung nach kommen sie durch den Zusammenschnitt des Auftritts etwas wilder und strenger rüber als sie es in Wahrheit sind. Da wir unser Unternehmen neben unseren Vollzeitjobs beziehungsweise neben dem Studium gegründet haben, haben wir wohl nicht den Gründer-Idealvorstellungen einiger Löwen entsprochen. Wir wollten aber zeigen, dass es auch andere Wege gibt, ein Start-up zu führen. Die Kritikpunkte, die direkt das Produkt betroffen haben, haben wir uns natürlich zu Herzen genommen und im vergangenen halben Jahr Schritt für Schritt abgearbeitet.

Der Pitch glich einer Zitterpartie. Nach und nach stiegen alle Löwen aus. Am Ende investierte Ralf Dümmel 100.000 Euro für 30 Prozent Ihres Start-ups, zehn Prozent mehr als von Ihnen vorgeschlagen. Wie ging die Zusammenarbeit mit ihm nach der Aufzeichnung weiter?
Wir haben uns direkt nach dem Pitch mit dem Team von Ralf Dümmel zusammengesetzt und die nächsten Schritte grob abgesprochen. Zurzeit haben wir fast täglich Kontakt und arbeiten eng zusammen. Wir können auf jeden Fall sagen, dass es uns sehr viel Spaß macht und wir diesen Schritt bisher nicht bereuen.

Carsten Maschmeyer riet Ihnen, den Namen des Produkts im Hinblick auf einen besseren Wiedererkennungswert zu ändern. Haben Sie sich daran gehalten?
Die Streifen haben tatsächlich einen eigenen Namen bekommen, den Firmennamen aber wollten wir nicht ändern. Vielleicht konnten wir das in der Sendung nicht ausreichend kommunizieren, aber natürlich wollen wir unsere Produktpalette erweitern und haben hierzu auch bereits neue Ideen und Konzepte ausgearbeitet, die unter dem Namen „GlowGarage“ erscheinen sollen.