Mit dem eBall schrieb der Gründer Uli Sambeth in der Höhle der Löwen Geschichte. Die 360-Grad Skatekugel überzeugte alle Juroren von einem Investment.

Beim Segway-Fahren im Nordsee-Urlaub vor zweieinhalb Jahren kam dem Essener Programmierer Uli Sambeth die „Idee seines Lebens“, wie er selbst sagt: Könnte man nicht ein noch besseres und spannenderes Transportmittel entwickeln?Noch während der Reise entwickelte er die ersten Pläne für den eBall, einen selbstbalancierenden Scooter, den der Fahrer mit der Hüfte lenkt. Mittlerweile hat Uli Sambeth den Wert eines kleinen Einfamilienhauses in die Entwicklung des Gerätes gesteckt – mit Erfolg, wie sich jetzt zeigte. In der gestrigen Folge der Höhle der Löwen gelang ihm ein bisher einzigartiger Coup: Der fünffache Vater konnte alle fünf Löwen von einem Einstieg in sein Start-up überzeugen.

Herr Sambeth, herzlichen Glückwunsch: Sie sind der erste Teilnehmer in der Höhle der Löwen, der alle fünf Juroren überzeugte.
Und dabei sah es zunächst ja nicht danach aus. Ehrlich gesagt hatte ich die Hoffnung bereits aufgegeben, als die ersten vier Löwen – darunter auch Ralf Dümmel und Jochen Schweizer, auf die ich am meisten gesetzt hatte – ausgestiegen waren. Mit zumindest einem Investor hatte ich gerechnet und war dementsprechend ziemlich überrascht und enttäuscht. Ich hatte Sorge, dass den Löwen das Investment zu anspruchsvoll und risikoreich sein könnte, denn ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass der eBall erst noch zur Serienreife gebracht werden muss und konnte dementsprechend keine Verkaufszahlen vorlegen.

Und dann wendete sich das Blatt, als Judith Williams ihre Kollegen für ihre Zurückhaltung kritisierte. Sie lobte ihre Erfindung als Millionenprodukt und plötzlich dachten doch wieder alle an ein Investment – doch zu vollkommen anderen Konditionen, als Sie es vorgeschlagen hatten.
Mein Angebot lautete 500.000 Euro für 12,5 Prozent des Unternehmens, die Löwen boten mir die gleiche Summe, aber für 50 Prozent des Unternehmens. Ich habe mich kurz mit meinem Sohn beraten, aber eigentlich stand für mich sofort fest, dass ich das Angebot annehme. Es ging mir von Anfang an nicht um das Geld, sondern um das Knowhow, um die Kontakte der Löwen und um die Möglichkeiten, die sich mit ihrer Beteiligung auftun. Wenn ich diesen Weg alleine hätte gehen müssen, wäre die Aufbauphase des Geschäfts um einiges beschwerlicher geworden und hätte sehr viel länger gedauert. Die Bewertung hatte ich während des Pitches einfach in den Ring geworfen, aber sie war nie in Stein gemeißelt. Rückblickend wäre ich sogar mit einer geringeren Forderung angetreten. In den Verhandlungen, die nach der Aufzeichnung folgten, habe ich sogar ein Prozent zurückbekommen, so dass ich jetzt die Mehrheit besitze. Ich muss aber auch sagen, dass, wenn der eBall wirklich ein Erfolg wird und einen Hype auslöst, die Bewertung des Unternehmens viel zu gering ist.

Wie steht es momentan um den eBall?
Seit dem Pitch stehe ich in engem Kontakt mit den Teams der Investoren. Ich habe vier Mitarbeiter, einen Elektroniker, einen Konstrukteur, einen Programmierer und einen Mechaniker an meiner Seite, die mir bei der schwierigen Weiterentwicklung des Produkts geholfen haben, denn der eBall, wie ich ihn beim Pitch präsentiert hatte, konnte dem Realitätscheck nicht standhalten. Wir haben in intensiver Arbeit sehr viel daran geändert und perfektioniert: Das Gewicht wurde von 40 auf 20 Kilogramm reduziert, das Design verändert, die Software überarbeitet und neue Sicherheitsfeatures installiert.

Was sind Ihre Hoffnungen und Pläne für die Zukunft?
Seit der Ausstrahlung gestern Abend kann man den eBall über unsere Website vorbestellen. Ab Juni gibt es ihn dann offiziell zu kaufen, für 999 Euro das Stück. Das ist teurer als ähnliche Produkte, die es bereits auf dem Markt gibt. Aber die Herstellungskosten sind aufgrund der aufwändigeren Technik – vier Motoren statt einem oder zwei und dem aufwändigen mechanischen Antrieb der Kugel – höher als die der anderen. Ich hoffe, dass der eBall in Deutschland sehr gut angenommen wird und dass wir eines Tages – nach den europäischen Ländern – auch in die USA expandieren können. Aktuell gehen wir von einem Verkauf von jährlich 20.000 Stück aus.

Wer ist Ihre Zielgruppe?
Das ist tatsächlich ein Problem, denn ursprünglich haben wir an Kinder, Jugendliche und junge Leute zwischen acht und 25 Jahren als Hauptkunden gedacht, doch die müssten natürlich erst ihre Eltern überzeugen, ihnen den eBall zu kaufen. Ich denke aber auch, dass junge, berufstätige Großstädter zu unseren Kunden gehören werden. Und was den Preis angeht: Je höher die Stückzahl ist, die wir produzieren, desto geringer werden die Kosten und damit sinkt natürlich auch der Preis – es kann also gut sein, dass der eBall in den kommenden Jahren günstiger wird.