Lutz Hertel, Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbands hält den Wellnessmarkt für Start-ups durchaus geeignet. „Die deutsche Wellnessbranche braucht innovative Geschäftsideen. Der Wunsch nach Wellness durchdringt alle gesellschaftlichen Schichten.“ „Wellness für alle“ sei deshalb die entscheidende Grundüberlegung für neue Geschäftsmodelle. „Ich beurteile die Erfolgsaussichten absolut positiv, insbesondere dann, wenn jüngere Zielgruppen damit angesprochen werden“, sagt Hertel.

Der Psychologe mit Fokus auf Gesundheitswissenschaften hat mit Studenten der FH Düsseldorf ein ähnliches Konzept ausgearbeitet: „Future Spa“ geht um zukunftsfähige Konzepte für Spa-Einrichtungen, passend für die Vorlieben der Generation Y. Wichtige Attribute dabei seien unter anderem die Online-Buchung, eine technisch ausgereifte Infrastruktur, das Angebot der stundenweise Nutzung und Low Budget.

Vertrauen zu Kunden aufbauen

Für schwierig halte Hertel schnelles Wachstum und Wertsteigerung: „Mir sind in den letzten Jahren viele Unternehmensgründer mit guten Ideen begegnet, von denen kaum einer bahnbrechenden Erfolg hatte. Dies ist aber kein spezifisches Problem des Wellnessmarktes.“ Viele Unternehmensgründer hätten im Bereich Wellness selten die prototypische Start-up-Mentalität haben. „Es muss doch nicht jede Gründung auf Innovationsbasis die rasche Expansion zum Ziel haben.“

Thomas Kanitz von McWellness sieht darin nicht die größte Herausforderung für sein Start-up. „In unserem Geschäft spielen Hygiene und Gesundheit eine sehr wichtige Rolle“, sagt er zu dem Thema bisheriger Probleme. Weil die Düsen in den Whirlspools ergonomisch angeordnet sein sollten und wegen der Wasseraufbereitung, hat er sechs Monate auf die Abnahme vom Gesundheitsamt gewartet. Zudem gehe darum, Vertrauen zu den Kunden aufzubauen, was am Anfang nicht einfach gewesen sei. „Manche Leute haben nicht verstanden, was McWellness sein soll. Einer dachte sogar, wir seien ein FKK-Club.“ Er lacht kurz und schlägt sich dann mit einer Hand auf die Stirn. Mittlerweile riecht es wie auf einer Blumenwiese, vermutlich durch den Mix der Aufgüsse Rose und Maiglöckchen.