Diese Lücke will er mit McWellness gefunden haben. Laut eigenen Angaben ist das Wellnessstudio an den meisten Tagen bis zu 95 Prozent ausgebucht. Auf einen Termin am Wochenende müsse man vier bis sechs Wochen warten, unter der Woche abends bis zu zwei Wochen. Will man zwischen Montag- und Freitagmorgens kommen, müsse man drei bis vier Tage vorausplanen.

Einen Durchschnittskunden gäbe es nicht. Die meisten seien Paare oder Mutter-Tochter-Gespanne, fast alle Buchungen werden laut Kanitz für zwei Personen vorgenommen. Pro Tag seien es momentan 35 Buchungen. Und tatsächlich: Will man Mitte der Woche einen einstündigen Wellnessaufenthalt am darauffolgenden Wochenende buchen, ginge das noch an dem Sonntagabend zwischen 22.30 Uhr und 23.15 Uhr. Soll die Entspannung zwei Stunden oder länger dauern, gibt es laut Webseite erst einen Termin Ende Mai.

Wahanda übernahm vielversprechende Start-ups

Direkte Konkurrenz gibt es wenig. In NRW gibt es weiteree Day Spa-Angebote wie Spa Society und Wellneuss. In München kann man kurzfristig bei Sayuri Day Spa wellnessen. Der aktive Wellnessmarkt in Deutschland wird jedoch vor allem von etablierten Hotelketten gesteuert. In der Start-up-Branche gibt es zudem Portale, auf denen man Wellness.Angebote suchen, vergleichen und buchen kann. AirBnB für Wellness quasi. Johannes Klose, Gründer von Somuchmore bezeichnet den Wellness-Bereich als „zerklüftet“. Durch Portale wie Somuchmore würden Kunden nicht mehr zu teuren Mitgliedschaften gezwungen.

Kurze Zeit sah es so aus, als würden die Vergleichsportale einen vielversprechender Markt aufmachen – bis beinahe alle jungen Unternehmen mit diesem Geschäftsmodell von dem britischen Portal Wahanda übernommen wurden: Wellmio, Salonmeister und Treatwell.

Deshalb will Thomas Kanitz expandieren. Noch in diesem Jahr soll mindestens eine Filiale von McWellness hinzukommen. Das Kapital dafür hat er schon. Nachdem er 2012 mit einem Startkapital von 25.000 Euro angefangen hat, beträgt dies mittlerweile 135.000 Euro. Finanziert hat Kanitz, der übrigens Internationales Management in Aachen und Oxford studiert hat, das mit eigenen Mitteln und mehreren Unternehmerkrediten unter anderem von KfW-, NRW- und Bürgschaftsbank. Für eine mögliche dritte Filiale verhandele Kanitz aktuell mit einem Business Angel aus dem Fitnessbereich.

Den Break Even hat das Start-up bereits im ersten Monat erreicht, sagt der Gründer. Aktuell belaufe sich der monatliche Umsatz auf rund 80.000 Euro. Im Februar 2015 hat McWellness noch mehr als 40.000 Euro Umsatz verzeichnet. Bei täglich rund 35 Buchungen und einem durchschnittlichen Preis von 60 Euro pro Aufenthalt ist der Betrag realistisch.