Das Unternehmen will die Verwaltung von Ausgaben in KMU vereinfachen. Investoren unterstützen diesen Plan mit 35 Millionen Euro.

Geteilte Firmenkreditkarten, manuelle Reisekostenabrechnungen, Portokasse: „Die meisten Unternehmen managen ihre Ausgaben immer noch so, als wäre es 1995“, sagt Rodolphe Ardant. Er ist Gründer und CEO von Spendesk, einem französischen Start-up, das das Bezahlen am Arbeitsplatz ins Jahr 2019 holen will. Dazu setzen er und seine Co-Gründer Jordane Guily and Guilhem Bellion auf die Digitalisierung des bisher größtenteils analog ablaufenden Prozesses.

Dazu kommen virtuelle und physische Karten als Zahlungsmethoden zum Einsatz, die mit Freigabeprozessen für Käufe kombiniert sind. Zahlungsbelege können automatisch per App gesammelt und weiterverarbeitet werden – und auch die Rechnungsverwaltung erfolgt komplett digitalisiert. “Mit einer vollständigen Übersicht über den gesamten Ausgabenprozess können Teamleiter das Bezahlen im Büro dezentralisieren, ohne dabei Kontrolle einzubüßen. Für Mitarbeiter macht das vor allem das Management von Reisekosten und Rechnungen leichter, egal ob im Büro oder unterwegs“, so die Gründer. 

Der Fokus liegt auf dem deutschen Markt

An den Erfolg dieses Ansatzes glauben auch die Investoren. In einer Series-B-Finanzierungsrunde konnte Spendesk 35 Millionen Euro einsammeln. Angeführt wird die Runde vom britisch-amerkainischen Wagniskapitalgeber Index Ventures. 

Mit dem frischen Geld will das Start-up das internationale Wachstum vorantreiben, der Fokus liegt auf dem deutschen Markt. Für die neu gegründete Spendesk GmbH in Berlin soll in den nächsten Monaten ein Team von 30 bis 50 Mitarbeitern aufgebaut werden. 

“Deutschland ist aktuell der am schnellsten wachsende Markt für uns mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 500 Prozent”, erklärt Ardant. “Die Nachfrage nach einer modernen Lösung für das Ausgabenmanagement ist besonders hoch, da viele traditionelle Prozesse sehr umständlich sind und auch nicht wirklich sicher.” Zu den aktuell 300 deutschen Unternehmen, die Spendesk hierzulande bereits nutzen, gehören Flixbus, Personio oder Raisin. 

Konkurrenz in Sachen Ausgabenverwaltung

Weltweit sind es eigenen Angaben nach 1.500 Unternehmen in mehr als 30 Ländern. Die letzte Finanzierungsrunde, eine Series A in Höhe von acht Millionen Euro – ebenfalls mit Index Ventures – wurde im Januar 2018 abgeschlossen. Aktuell arbeiten 120 Mitarbeiter für das Start-up. 

Spendesk ist nicht das einzige Unternehmen, das die Ausgabenverwaltung von Firmen vereinfachen will und aktuell einen starken Fokus auf Deutschland legt: Im Mai hatte das dänische Start-up Pleo 50 Millionen Euro eingesammelt . Auch Pleo will bei den Unternehmen mit  dem System der Prepaid-Bezahlkarten, die sich beim Einkaufen wie eine Kreditkarte nutzen lassen, punkten und so die Spesenabrechnungen automatisieren.