Florian Simmendinger hat das Start-up Soundbrenner gegründet, um Musikern den Arbeitsalltag zu erleichtern – und von einem nervigen Klickgeräusch zu befreien. Nun hat er die erste Finanzierung abgeschlossen.

Von Laura Waßermann

Das Berliner Start-up Soundbrenner hat das nach eigenen Angaben erste tragbare Metronom entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das Musikern beim Einhalten des Taktes hilft und zwar durch Vibration statt wie gewöhnlich durch ein Klickgeräusch.

Florian Simmendinger, Gründer von Soundbrenner. (Foto: PR/Soundbrenner)

Florian Simmendinger, Gründer von Soundbrenner.
(Foto: PR/Soundbrenner)

Basierend auf einer eigenen Software bringen Gründer Florian Simmendinger und sein Team die App Mitte Dezember auf den Markt. Dafür sowie für die Produktion der Hardware hat Soundbrenner aktuell die erste Seed Finanzierungsrunde mit einem Kapital von 500.000 US-Dollar abgeschlossen. Zu den Investoren gehören Asgard Capital, ein Internet-of-Things Venture Fund, mehrere Business Angels sowie ein großer institutioneller Investor aus Taiwan.

Im Interview mit WirtschaftsWoche Gründer erzählt Simmendinger, was ihn auf die die Idee zu seinem Start-up brachte und warum der Hauptsitz von Soundbrenner mittlerweile in Hongkong liegt.

WirtschaftsWoche Gründer: Herr Simmendinger, Sie haben eine App für Musiker entwickelt. Warum?
Ich spiele sehr gerne Klavier. Und wer Musik macht, weiß genau, wie nervend das Klickgeräusch von einem traditionellen Metronom [kleines Gerät, das im Takt hin- und her schlägt, Anmerkung der Redaktion] sein kann. Deshalb haben wir ein vibrierendes Metronom entwickelt.

„Nah an der Produktion sein“

Wie funktioniert das im Gegensatz zu einem traditionellen Metronom?
Anstatt den Rhythmus zu hören wie bei einem traditionellen Metronom, erlaubt der Soundbrenner Pulse den Rhythmus zu fühlen. Zuerst schnallt man sich den Soundbrenner Pulse ums Handgelenk, den Oberarm oder den Knöchel. Dann stellt man im Smartphone ein, welches Tempo und welchen Rhythmus man spielen möchte. Anschließend fühlt man genau diesen Rhythmus und folgt ihm beim Musizieren.

Gibt es schon prominente Nutzer?
Ja, unter den Betatestern. Hauptsächlich sind das US-Musiker, mit denen Popstars wie Rihanna, Kanye West oder Drake zusammenspielen. Der Kontakt zur Künstlerszene ist einer der Gründe, warum wir neben Berlin und Hongkong auch ein Büro in Hollywood, Los Angeles, eröffnet haben.

2014 haben Sie in Berlin gegründet. Warum sind Sie jetzt nach Hongkong gezogen?
Nachdem wir im Sommer gegründet haben, bin ich schon im November nach Hongkong gezogen, um nah an der Produktion der Hardware zu sein. Wir haben auch heute noch ein Büro in Berlin, das von meinem Mitgründer Julian Vogels geleitet wird.

Sie haben 500.000 Dollar mit Ihrem Start-up eingesammelt. Wie lange hat die Suche nach Investoren gedauert?
Da wir über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo bereits 200.000 Euro mit mehr als 2500 Vorbestellungen eingenommen haben, sind wir mit viel Momentum ins Fundraising gestartet. Die eigentliche Finanzierungsrunde mit dem Ziel von 500.000 Dollar hat aber nur rund vier Wochen gedauert.

„Die 500.000 Dollar reichen erstmal“

Die Kapitaleigner haben Sie strategisch nach technischem Know-how und Kontakten in der Branche ausgesucht. Hilft die Auswahl Soundbrenner bei den nächsten Schritten?
Zunächst wollen wir die App am 15. Dezember veröffentlichen und kurz darauf unsere Vorbestellungen ausliefern. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Im Januar sind wir dann in Kalifornien bei der weltweit größten Musikmesse NAMM. Dabei dürften uns die Investoren behilflich sein.

Wie geht es danach weiter?
2016 konzentrieren wir uns hauptsächlich darauf, langfristige Partnerschaften mit Händlern zu schließen, die in Europa, Asien und Europa Musikausrüstung führen.

Als Start-up kann man ja nie zu viel Geld haben. Wann folgt die zweite Finanzierungsrunde?
Die 500.000 Dollar reichen erstmal für die nächsten zwölf Monate. Wir wollen erst weiteres Kapital einsammeln, wenn wir bewiesen haben, dass unser Modell erfolgreich funktioniert.

Herr Simmendinger, vielen Dank für das Gespräch.