Haben Sie Beispiele?
Grob gesagt sind etwa Prävention und Innovation ganz spannende Bereiche für Social Entrepreneure. Das hat etwa eine Expertengruppe der Bertelsmann-Stiftung um Brigitte Mohn zum Abschluss des G7-Gipfeltreffens in einer Studie veröffentlicht. Für alltägliche Dinge haben wir zumeist Systeme wie die Sozialhilfe, die ganz gut funktionieren. Wenn es dann aber um die Weiterentwicklung oder um die Prävention geht, dann endet häufig die Leistung staatlicher Einrichtungen. Da können Social Entrepreneure ansetzen – zum Beispiel bei der Reintegration ehemaliger Haftinsassen und der Senkung der Rückfallquote. Da gibt es bereits spannende, erfolgsversprechende Projekte.

Wie wird man den Social Entrepreneur? Ist das in der Regel eine bewusste Entscheidung?
Ich glaube, es ist zumeist tatsächlich eine bewusste Entscheidung. Der Antrieb ist eben ein anderer. Bei jedem Unternehmer steht eine Problemlösung im Vordergrund und beim Social Entrepreneur ist das immer ein gesellschaftliches Problem, während der „Entrepreneur ohne Social“ sich allen möglichen praktischen Problemen bedient.

Der Social Entrepreneur schaut bei seiner Gründung also darauf, was die Gesellschaft besser machen könnte. Hilft Social Entrepreneurship damit in erster Linie der Gesellschaft oder birgt es auch einen Vorteil für die deutsche Start-up-Szene an sich?
Idealerweise hilft es den verschiedensten Akteuren. Wenn ich an ein erfolgreiches, soziales Start-up denke, dann ist das in erster Linie auch ein funktionierendes Unternehmen, das Mitarbeiter einstellt, Gehälter bezahlt, dynamisch am Markt agiert und Geld verdient. Gleichzeitig aber auch an einem gesellschaftlichen Problem arbeitet und je größer es wird desto mehr kann es schaffen – wirtschaftlich und gesellschaftlich.