Der Streaming-Dienst ermöglicht Amateurvereinen, ihre Spiele online zu übertragen – und kann nun mit einer größeren Reichweite werben.

Den Amateurfußball digitalisieren: Das ist Ziel des von Soccerwatch.tv. Das Unternehmen hat ein automatisches Kamerasystem entwickelt, mit dem auch kleine Vereine Übertragungen ihrer Spiele im Internet realisieren können. Gegründet vor drei Jahren, hat das Start-up nun den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für eine auf fünf Jahre angelegte Kooperation gewonnen.

Wie das Unternehmen heute mitteilte, kann Soccerwatch.tv fortan die offiziellen Spieldaten Amateurligen in Deutschland nutzen. Im Gegenzug verlinkt der Verband die mit den Kameras des Start-ups aufgenommenen Videos auf seinem Portal fußball.de. „Dies wird uns unserem Ziel näherbringen, am Jahresende 1.000 Kamerasysteme an Fußballplätzen in ganz Deutschland installiert zu haben“, sagt Soccerwatch.tv-Chef Jan Taube.

Tatsächlich dürfte die steigende Reichweite für viele Vereine ein wichtiges Argument sein, auf das Soccerwatch.tv zu setzen. Auch wenn das Start-up darauf hinweist, dass in vielen Fällen Sponsoren die Kosten tragen – schon die Anschaffungskosten von 3.600 Euro für die Kamera sind für kleinere Vereine kein Pappenstiel. Mit dem Deal schließen die Essener auch auf den Kölner Konkurrenten Sporttotal auf, der Vereinen ebenfalls ein Kamerasystem anbietet und bereits mit dem DFB kooperiert.

Update für Hard- und Software

Um seine Wettbewerbsposition zu stärken, rüstet Soccerwatch.tv auch technisch auf. Im April will das Start-up ein überarbeitetes Kamerasystem auf den Markt bringen, das eine höhere Qualität liefern und sich einfacher an Flutlichtmasten installieren lassen soll. Damit verbunden ist auch eine neue, auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Software für Spielanalysen. So sollen beispielsweise Kilometerleistungen und Zweikampfbilanzen der Spieler ausgewertet werden können.

Unterstützung bei der Technik dürfte dabei vom größten Investor kommen: Adesso hatte sich im Sommer 2017 mit 30 Prozent am Start-up beteiligt. Der Dortmunder IT-Dienstleister hatte Soccerwatch.tv nach eigenen Angaben zuvor bereits bei der Programmierung der optischen Bilderkennung unterstützt.