Zahlreiche Veranstaltungen versuchen dem entgegenzuwirken und bringen Investoren mit Start-ups zusammen. Auf welche Events im kommenden Jahr freuen Sie sich besonders?

Ich bin nicht so ein großer Fan von bundesweiten großen Events. Ich glaube die wirklich wichtigen Veranstaltungen sind die, die in einem regionalen Kontext Gründer und Investoren zusammenbringen. Wir machen zum Beispiel zweimal im Jahr ein „Gründerfoyer“ in Dresden. Das ist ein niederschwelliges Angebot mit etwa 400 Teilnehmern. Wir laden dazu immer einen bekannteren Unternehmer ein, der vor Publikum spricht. Dazu haben wir ein paar Pitches von jüngeren Start-ups. Und danach haben wir ein Forum, wo man sich weiter austauschen kann. Ich glaube das ist etwas, was wirklich einen Mehrwert bringt.

Diskussionsthemen gab es 2015 genug: Mindestlohn, Anti-Angel-Gesetz und Netzneutralität haben die Gründerszene im letzten Jahr beschäftigt. Vor welchen Herausforderungen stehen Gründer 2016?

Viele Themen von 2015 sind auch weiterhin virulent, zum Beispiel das Thema Netzneutralität aber auch damit verwandte Themen wie die Regulierung von WLAN-Hotspots. Da bewegt sich die Regierungskoalition ja schon seit zwei Jahren kaum von der Stelle. Es wird diskutiert, das ist ja schon toll. Aber es gibt keine Ergebnisse.

Hätte eine Deregulierung beim öffentlichen WLAN-Zugang denn positive Auswirkungen auf die deutschen Start-ups?

Auf jeden Fall. Das ist zum einen eine Kulturfrage: Die junge dynamische Szene erwartet schlicht, dassein freier schneller Internetzugang mobil vorhanden ist. Und zum anderen ist ein dauerhafter möglichst breitbandiger Netzzugang natürlich eine Voraussetzung für viele Angebote, die Start-ups machen. Die wollen ja, dass alle ihre Kunden ständig online sind, und zwar mit Blick auf die Zukunft vielleicht nicht nur mit der Bandbreite des heutigen mobilen Netzes.

Was würden Sie sich für die deutsche Gründerszene in 2016 wünschen?

Ich denke wir brauchen zuerst Investoren aller Couleur, also Business-Angels aber auch Venture-Capitalists und natürlich die Investoren, die hinter den Venture-Capitalits stehen. Da wünsche ich mir etwas mehr Mut in der Frühphase. Als zweiten Schritt: Zurückhaltung beim Staat. Abgesehen vom Thema WLAN, wo sicherlich aktive Deregulierung angesagt ist, ist es in den meisten Fällen besser, wenn der Gesetzgeber nicht zu viele neue Gesetze herausbringt. In letzter Zeit haben die es den Unternehmen nämlich eher schwerer gemacht. Und dann hoffe ich natürlich, dass die potentiellen Gründer wirklich loslegen, die Chancen jetzt nutzen und sich nicht nur vom attraktiven Angestellten-Arbeitsmarkt beeindrucken lassen. Einfach machen!