Tipp 3: Sei kein Egomane

Viel schlimmer als mangelnde Vorbereitung sei jedoch Überschätzung und Lügerei. „Gründer, die sich ohne Erfolge vorzuweisen aufspielen, als wären sie der nächste Mark Zuckerberg oder Zahlen präsentieren, die absolut nicht stimmen, können wir nicht ernstnehmen“, sagt Binnenbrücker. Authentischer sei es, ehrlich zu bleiben und niedrige, aber korrekte Werte zu nennen. „Selbst wenn die Zahlen im Anfangsstadium extrem gering sind, heißt es nicht, dass wir nicht investieren.“

Mit den lieben Zahlen sei es sowieso so eine Sache. Immer wieder heißt es auf Start-up-Veranstaltungen und Seminaren, wer keine sogenannten Key Performance Indicators (KPIs), also Leistungsfaktoren, präsentieren könne, müsse sich gar nicht erst um Geld bemühen. „Es ist natürlich schön, wenn die Gründer mit Leistungskennzahlen erste Erfolge vorweisen können“, sagt Binnenbrücker. Aber letztlich ticke jeder Investor anders. „Für uns ist es wichtig, dass wir Potential in der Geschäftsidee sehen.“

Tipp 4: Geschäftsidee vorab prüfen

Die beste Vorbereitung nützt demnach nichts, wenn die Geschäftsidee nichts taugt. Aussichtslose Ideen gäbe es dennoch zuhauf: „Wir führen inzwischen eine interne Hall of Fame der schlechtesten Geschäftsideen“, sagt Binnenbrücker schmunzelnd . Verraten werde er keine, schließlich wolle er niemanden blamieren. Nur so viel: „Da ist wirklich crazy shit dabei.“

Wer Investoren überzeugen will, sollte seine Geschäftsidee deshalb vorab auf Tragfähigkeit prüfen. Taugt meine Idee überhaupt für ein Investment? Ist das Geschäftsmodell skalierbar? Und ist der Markt für meine Lösung groß genug? „Wenn es keine Kunden für das Produkt gibt, wird es sich später auch nicht verkaufen“, sagt Binnebrücker. Und nur darum gehe es am Ende. Leidenschaft hin oder her.