Vorstellungsgespräch

Sind Schritt 1 und 2 erfolgreich, sollten nach und nach die ersten Bewerbungen im Briefkasten landen. Erst dann beginnt der wichtigste Schritt: der persönliche Kontakt mit dem potentiellen Mitarbeiter. Um Skills und Persönlichkeit zu testen, schwören viele Unternehmen auf Assessment Center, Intelligenztests oder Case Studies. Expertin Hoffmann hingegen rät ganz simpel zu einem halbstrukturierten Interview, einem Mix aus fixem Fragenkatalog und freiem Gespräch. „So kann man alle Fragen stellen und trotzdem eine entspannte Atmosphäre schaffen“, sagt Hoffmann.

Bei Bedarf kann der Interviewer Zusatzfragen stellen oder in einer kleinen Diskussion Schwerpunkte setzen, weil die Antwort des Bewerbers besonders interessant war und der Personler nachhaken will. Eine bewährte Methode, dessen Erfolg zahlreiche Studien belegen.

Es kommt schließlich auch auf die Einstellung der potenziellen Mitarbeiter an: Identifiziert sich der Bewerber mit meinem Start-up? Das kann sogar entscheidender sein als die Qualifikationen im Lebenslauf. Nicht umsonst heißt das Motto vieler Entrepreneure: „Hire for attitude, train for skills.“

In ihren eigenen Bewerbungsgesprächen greift Hoffmann übrigens gerne auf die sogenannte Critical-Incident-Technik zurück, um zu sehen, wie gut sich die Bewerber für bestimmte Positionen eignen. Eine Methode, die besonders im Gesundheitswesen oder im interkulturellen Bereich angewendet wird. Dazu sammelt Hoffmann kritische Situationen aus dem Berufsalltag, mit denen sie ihre Bewerber konfrontiert. Wer zeitnah, aber überlegt reagiert, beweist, dass er auch in schwierigen Situationen in Stressmomentan einen kühlen Kopf bewahrt. Und das ist häufig viel wichtiger als ein Einserschnitt an der Uni.