Mit den Themen Energie, Smart City und Gesundheit können Start-ups bei dem neuen sächsischen Risikokapitalgeber punkten. Investiert sind bekannte Unternehmer.

Anschub für die Start-up-Szene in Sachsen: Der neue Leipziger Venture-Capital-Fonds (VC) Smart Infrastructure Ventures plant bis zu 25 Investments in Firmen in der frühen Gründungsphase. Im Fokus stehen Geschäftsideen rund um Energie, Smart City und Gesundheit, wie aus einer aktuellen Presseinformation hervorgeht. Das Geld stammt in erster Linie von Unternehmen aus der Energie- und Immobilienbranche sowie von regionalen Banken. Zudem beteiligen sich Privatinvestoren und Gründer.

Smart Infrastructure Ventures peilt ein Fonds-Volumen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich an und will erstmals im dritten Quartal des laufenden Jahres investieren. Derzeit läuft die Suche nach weiteren Kapitalgebern. Für eine Finanzspritze kommen Start-ups aus ganz Deutschland in Frage. Pro Runde will der Fonds 100.000 bis 300.000 Euro zur Verfügung stellen und ausschließlich als Co-Investor neben etablierten Kapitalgebern auftreten.

Basisarbeit für die Region Mitteldeutschland

Von Startschwierigkeiten des Fonds berichtete Ende des vergangenen Jahres Mitinitiator Eric Weber vom Spinlab HHL, Sitz des Smart Infrastructure Hub Leipzig. Das neu aufgesetzte Investment-Vehikel ist eines von vier Hauptprojekten, das Spinlab als Teil der bundesweiten Digital-Hub-Initiative der Bundesregierung vorantreibt. Zusätzlich baut der sächsische Standort an einem Start-up-Akzelerator sowie einem hochschulübergreifenden Forschungszentrum. Im Vordergrund steht das Thema intelligente Infrastruktur. Mehr als 50 Start-ups hat das Gründerzentrum nach eigenen Angaben bereits unterstützt.

Die Kontakte zu jungen Firmen in der Region sollen Investoren für den Fonds anziehen: „Aufgrund unserer einzigartigen Netzwerke in der Gründer-Szene erreichen wir einen qualitativ hochwertigen Dealflow. Dadurch ergeben sich attraktive Investitionsmöglich­keiten, vor allem in der Region Mitteldeutschland – natürlich auch außerhalb des Spinlab“, lässt sich Fonds-Initiator Weber in einer Pressemitteilung zitieren. Neben ihm sind am Aufbau des Investment-Vehikels der ehemalige Investment­banker Björn Bauermeister und Ex-Fondsmanager Dirk Frohnert beteiligt. Beide bringen Erfahrung als Business Angels mit: Sie waren etwa an der Londoner Smartphone-Bank Revolut beteiligt, die im Oktober in Berlin ein Technologiezentrum mit 80 Mitarbeitern eröffnen will, wie unter anderem das „Handelsblatt“ () heute berichtete.

Nähe zur Wissenschaft

Um potenziell erfolgreiche Deals wirbt Smart Infrastructure Ventures mit der Erfahrung von Kapitalgebern aus der Gründer-Szene: So unterstützen den Fonds etwa Roman Dudenhausen, Gründer des Essener Energie-Dienstleisters Conenergy, sowie David Dimitrov und Michael Petersen hinter der Leipziger Firma Labelfarm, die einen Online-Shop für Designermöbel betreibt. Hauptinvestoren sind der Energie-Konzern VNG, ebenfalls aus Leipzig, Stromerzeuger LEAG und die Sächsische Aufbaubank (SAB), Förderbank des Freistaates Sachsen. Die „Stärkung des Wirtschaftsstandortes Sachsen“ stehe bei dem Engagement des Instituts im Fokus, erklärt SAB-Bereichsleiterin Gudrun Wojahn laut Presseinformation.

Eine Kooperation unterhält der VC-Fonds zudem mit der Gründerhochschule HHL Leipzig Graduate School of Management. Für ein attraktiveres Start-up-Umfeld setzen sich einige Wissenschaftler in Sachsen ein: In Chemnitz beispielsweise bietet Juniorprofessor Mario Geißler mit dem privat finanzierten Q-Hub Räumlichkeiten und Know-how für Gründer.