Das fränkische Unternehmen arbeitet an Energiespeichern für die E-Mobilität. Kapitalgeber Gimv aus Belgien sichert sich nun eine Mehrheitsbeteiligung.

Mit Energiespeichersystemen für E-Bikes, E-Scooter, Drohnen und Co. hat das Start-up Smart Battery Solutions (SBS) das Interesse des belgischen Investors Gimv NV geweckt. Die Private-Equity-Gesellschaft übernimmt die Mehrheit der Anteile an dem 2010 gegründeten unterfränkischen Unternehmen aus Kleinostheim bei Aschaffenburg, wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht. Zur Höhe der Investitionssumme machten die Unternehmen auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer keine Angaben.

SBS entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Akkusysteme im Niedrigspannungsbereich von bis zu 60 Volt. Ziel ist, Batteriezellen optimiert zu Packs zusammenzustellen und sicher zu steuern. Damit richtet sich das Unternehmen mit 50 Mitarbeitern in erster Linie an Anbieter aus dem Bereich der E-Mobilität. Zudem arbeitet SBS an Lösungen für die unterbrechungsfreie lokale Stromversorgung.

Kunden in europäischen Ländern im Visier

Mit Hilfe des frischen Kapitals will das Unternehmen das Team aufstocken und die Produktionskapazitäten ausbauen. „Gemeinsam mit Gimv werden wir weitere Lösungen für neue Anwendungsbereiche anbieten und neue Kundengruppen sowie Regionen im europäischen Ausland erschließen“, lautet eine Stellungnahme der SBS-Gründer zum aktuellen Investment durch die Private-Equity-Gesellschaft mit Sitz in Antwerpen.

Das Engagement beim Akku-Produzenten ist Teil eines Vorstoßes in der vernetzten Industrie: „Das Unternehmen SBS ist in einem hochdynamischen Markt mit starkem Nachfragewachstum unterwegs“, lässt sich Ronald Bartel, Partner bei Gimv für die DACH-Region, laut Presseinformation zitieren. Damit passe die junge Firma aus der Nähe von Aschaffenburg hervorragend zur Smart-Industries-Plattform, die Gimv derzeit aufbaue, so Bartel zum Hintergrund der Beteiligung an SBS. Im Rahmen dieser Initiative will der Investor technologieorientierte Unternehmen mit „überdurchschnittlichen Wachstumsambitionen“ in ihren Nischen zu Marktführern entwickeln.

Aktiv ist Gimv auch in München, Paris und Den Haag. Die Gesellschaft verwaltet nach eigenen Angaben Mittel in Höhe von 1,1 Milliarden Euro und ist an der Börse Euronext in Brüssel notiert – Tech-Start-ups werden dort für einen IPO geschult, wie das Handelsblatt im März berichtete ().

Branche zieht Vielzahl an Start-ups an

Auf dem Markt für Energiespeicher und intelligente Ladesysteme ist derzeit viel Bewegung: So entsteht beispielsweise in der Nähe von Erfurt eine neue Fabrik für Batteriezellen, hinter der die chinesische CATL steht. Vor einem Jahr gab Autobauer Volkswagen bekannt, Millionen in das kalifornische Start-up QuantumScape zu stecken, das eine Großserienproduktion von Feststoffbatterien aufbauen soll.

Eine Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Euro floss im März an das Berliner Start-up Ubitricity, das bei der Ladeinfrastruktur für E-Autos mitmischen will und dafür mobile Ladekabel mit integriertem Stromzähler  entwickelt. Der junge Stuttgarter Batteriebauer Instagrid konnte sich für seine Experimente mit tragbaren Stromspeichern ebenfalls einen Millionenbetrag sichern, wie im Februar bekannt wurde. Einen Blick ins Innere von Batterien wirft das Start-up Twaice. Die Münchener analysieren den Zustand von Akkus in E-Fahrzeugen und wollen damit die verbleibende Lebensdauer ermitteln – Investoren unterstützten den Ansatz im September vergangenen Jahres in einer ersten Finanzierungsrunde mit 1,2 Millionen Euro.