Wie schwierig war und ist es, die Besitzer der Orte von Ihrer Idee zu überzeugen?
Mit einem neuen Produkt haben wir natürlich am Anfang immer Erklärungsbedarf. Die Macher hinter den Orten sind der ausschlaggebende Faktor für den Erfolg. Wir haben gemerkt, dass unser Angebot innovative Querdenker überzeugt, die sofort erkennen, dass man damit umfangreiches Storytelling betreiben kann. Wir nennen diese Menschen „Möglichmacher“ oder „Traumverwirklicher“. Schon Richard Branson hatte die Idee, mit einem gläsernen Iglu auf dem Dach vom Flughafen London Heathrow auf seine Airline Virgin Atlantic aufmerksam zu machen. Im Grunde tun wir nichts Anderes. Inzwischen ist es zum Glück so, dass Landes- und Destinations-Marketingorganisationen aktiv auf uns zukommen.

Haben diese keine Angst, dass die Übernachtungsgäste etwas kaputt machen? Beispielswiese im Museum oder in einem Möbelhaus?
Bisher ist ist so etwas nicht passiert. Grundsätzlich gilt: Beschädigt der Gast etwas, ist er verantwortlich, beschädigt unser Cube etwas, sind wir verantwortlich, beschädigt der Host etwas, wäre das in seiner Verantwortung. Ich finde im Bezug auf solche Diskussion aber eine Story von Frank Thelen interessant: Auf die Frage, wann er sich einmal geärgert hätte nicht in ein Unternehmen investiert zu haben, nannte er Airbnb. Er hatte einen Einstieg abgelehnt, weil er damals dachte, dass die Übernachtungsgäste  die Privatwohnungen zerstören würden, was natürlich die Chancen des Start Ups eingeschränkt hätte. Aus heutiger Sicht kann man darüber lächeln.

Die Übernachtungen wirken verhältnismäßig günstig. Sind die Preise bewusst niedrig gehalten, damit sie für jedermann bezahlbar sind?
Wir steuern die Preise nachfrageabhängig. In der Woche ist die Nacht daher günstiger als am Wochenende. Auf diese Art und Weise kann auch jemand mit kleinerem Budget etwas Exklusives erleben.

Gibt es schon Expansionspläne? 
Wir waren dieses Jahr zum ersten Mal auf Einladung des Tourismuslandes Mecklenburg-Vorpommern auf der ITB: Dort wurden wir von Vertretern aller Herren Länder, von Chile über Israel bis Indien geradezu überrannt. Oft sind es Hoteliers, die die Cubes gern als besondere Attraktion in ihren Resortanlagen platzieren wollen. Unser Betreibergeschäft wird voraussichtlich die Region DACH bleiben, andere Länder könnten wir dann über Franchise bespielen. Anfragen dazu, zum Beispiel aus Portugal und Griechenland haben wir bereits.

Wenn Sie in die Zukunft denken: Wie steht Sleeperoo in drei bis fünf Jahren da?
Wir werden Pop-Up Erlebnisnächte in der DACH Region an mindestens 60 Orten anbieten. Gleichzeitig wird der Cube in Länder in Asien und Amerika verkauft und in Europa als Franchise- Konzept betrieben. Wir haben einen Investor, der entweder aus der Tourismusbranche kommt mit vielen Zielgebieten im Köcher, die für uns Marktzugänge in diese Länder darstellen oder einen von der Herstellerseite, um das sleeperoo kostengünstig zu produzieren.

Klingt ambitioniert…
Ich wünsche mir, dass Sleeperoo in Zukunft ein Synonym für Erlebnisnächte sein wird, genau wie Tempo für Taschentücher.