Mit Online-Klavierkursen will das Berliner Start-up Skoove international wachsen – im Visier sind Europa und Nordamerika. Den Investoren gefallen die Töne.

Die Online-Musikschule Skoove aus Berlin hat in einer neuen Finanzierungsrunde drei Millionen Euro eingesammelt. Das frische Kapital für die Weiterentwicklung einer Klavier-App stammt unter anderem von Frühphasen-Investor Capacura, MGO Digital Ventures und Ringier Digital Ventures – außerdem beteiligen sich erneut die IBB Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin, die Münchener High-Tech Investmentgruppe Egora Holding sowie der halbstaatliche Frühphasenfinanzierer High-Tech Gründerfonds (HTGF), wie aus einer heute veröffentlichten Presseinformation hervorgeht. Mit dem Geld wollen die beiden Gründer Florian Plenge und Stephan Schulz ihr Team aufstocken und die internationale Expansion vorantreiben.

Skoove hilft mit einer App für Smartphone und iPad beim Klavierlernen. Das E-Learning-Programm gibt dabei über den Bildschirm Anweisungen und analysiert das Spiel am Klavier oder Keyboard. Dahinter steckt eine Software, die die junge Firma mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie entwickelt hat. Sie soll erkennen, ob Schüler die richtigen Töne und Akkorde treffen. Um auf den Online-Kurs zugreifen zu können, zahlen Nutzer eine monatliche Abo-Gebühr. Zugriffe aus mehr als 200 Ländern verzeichnet die junge Firma nach eigenen Angaben. 2014 gegründet, beschäftigt das Start-up inzwischen 20 Mitarbeiter.

Fokus auf Europa und Nordamerika

Die neue Finanzierungsrunde soll nun dabei helfen, die Online-Kurse in weiteren Märkten zu etablieren: „Mit einem erweiterten Team werden wir die Technologie und die Didaktik, die Skoove zugrunde liegen, weiter ausbauen und das Wachstum unseres Kundenstamms – vor allem in den Kernmärkten Nordamerika und Europa – vorantreiben”, lässt sich Florian Plenge, Mitgründer und Geschäftsführer von Skoove, in einer Pressemitteilung zitieren. Bereits 2017 konnte das Start-up eine Finanzierungsrunde über 1,2 Millionen Euro abschließen. Ursprünglich war geplant, das Angebot auf Gitarrenkurse auszuweiten.

Die Gründer bringen Erfahrung aus der Musikbranche mit, beide waren zuvor beim Berliner Musikspezialisten Native Instruments angestellt. Als Vorbild für ihre E-Learning-App diente die Berliner Sprachlernplattform Babbel. Die Kapitalgeber sehen Chancen im internationalen Geschäft: „Skoove hat uns mit seiner letztjährigen Wachstumsdynamik von mehr als 300 Prozent im Umsatz und seiner internationalen Aufstellung überzeugt. Die USA sind derzeit ihr größter Markt“, lässt sich Benjamin Solenthaler, Investment Manager bei Ringier Digital Ventures, zitieren.

Finanzspritzen für E-Learning-Anbieter

Neuinvestor MGO Digital Ventures hofft auf einen steilen Wachstumskurs vergleichbar mit etablierten Unternehmen aus der E-Learning-Branche: „Was Blinkist für lebenslange Weiterbildung ist, soll Skoove für das Lernen eines Instrumentes werden”, so MGO-Geschäftsführerin Sigrun Albert.

In dem Markt bringen sich derzeit einige Geldgeber mit millionenschweren Investments in Stellung: So beteiligte sich im vergangenen Jahr etwa der Medienkonzern Hubert Burda Media über seine Investmenteinheit an einer Finanzierungsrunde der New Yorker E-Learning-Plattform Skillshare, die dem Start-up insgesamt 28 Millionen Dollar einbrachte. Eine sechsstellige Summe erhielt im September das Münchener Start-up eKidz.eu, das Kinder mit einer App beim Deutschlernen unterstützen will. Ebenfalls erfolgreich auf der Suche nach Investoren war die junge Berliner Firma PlusPeter: 2,5 Millionen Euro flossen im Juni, um ein E-Learning-Tool weiterzuentwickeln, mit dem Studierende ihre Skripte digital organisieren und verwalten können.