Die Share Economy verändert die Wirtschaft weg vom Besitz hin zu einer Teilhabe an verschiedenen Produkten, Dienstleistungen und Informationen. Sie verändert sie aber auch, weil Menschen – zumindest teilweise – Spaß an dieser Art von Konsum haben: Es ist auch ein Zeichen einer veränderten Gesellschaft, der weniger Beständigkeit wichtig ist, als eine hohe Flexibilität. Das Auto, das an bestimmten Stellen abgeholt und dorthin auch wieder zurückgebracht werden kann, um das man sich aber ansonsten keine Sorgen machen muss; der Akkuschrauber, der nicht irgendwo im Weg steht oder im Keller einstaubt, sondern für die Zeit geliehen werden kann, in der er wirklich gebracht wird. Der Konsument kauft nicht, er leiht – und am liebsten von Menschen, nicht von anonymen Großkonzernen, schreibt etwa die Süddeutsche Zeitung. „Das ist effizienter und macht Spaß. Und es hat eine große Kraft: Alte Geschäftsmodelle werden obsolet, neue profitieren. Die Entwicklung ist auch ein Prozess der schöpferischen Zerstörung. Und der macht Angst.“

Denn Experten sehen in der Share Economy noch lange keinen gesättigten Markt – im Gegenteil: „Wir sind gerade erst am Anfang der Entwicklung“, sagt Markus Sauerhammer, Start-up-Betreuer der IHK für München und Oberbayern. „Sieht man sich an, wer die neuen Applikationen der Share Economy nutzt, so sind das aktuell zu einem Großteil die „Digital Natives“. Wenn diese Nutzergruppe irgendwann Entscheiderpositionen in Wirtschaft und Gesellschaft besetzt, wird sich das Prinzip der Share Economy noch einen ganz anderen Entwicklungsschub bekommen.“ Das unterstützt auch Francesca Pick: „Es gibt zwar in manchen Bereichen, zum Beispiel dem Carsharing, oder Plattformen zum Teilen von Gebrauchsgegenständen, eine große Diversität von Angeboten, allerdings suchen viele Plattformen noch nach der richtigen Umsetzung des Modells.“

Vinted, das Unternehmen zu dem auch die deutsche Online-Plattform Kleiderkreisel.de gehört – macht einen Großteil seiner Einnahmen übrigens aus Werbung: „Das ist aber leider nicht genug, um unsere Kosten zu decken“, sagte Justas Janauskas gegenüber WirtschaftsWoche Gründer. „Deshalb haben wir in den USA, Großbritannien und auf dem französischen Markt eine Gebühr eingeführt.” Eine Gebühr, die in Deutschland einen regelrechten Shitstorm auslöste. Hintergrund war ein Bezahlsystem, das die Transaktionen auf der einen Seite sicherer machen sollte, auf der anderen Seite aber auch eine Gebühr in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises verlangte.

“Unser Ziel muss es sein, den Mitgliedern den besten Service zu bieten. Aber unser Ziel ist es auch, Geld zu verdienen, um unsere Plattform weiterzuentwickeln und noch besser zu machen.“ Sharing-Angebote nutzt Gründer Justas Janauskas übrigens auch weiterhin privat, vor allem das Couchsurfing.