Als Pia Poppenreiter vor einem Jahr mit Peppr.it eine Online-Datenbank für Prostituierte startete, wollte sie auch dabei helfen, etwas zu verbessern: „Das Ziel ist eine Plattform herzustellen, über die Buchungen selbstständig und selbstbestimmt abgewickelt werden können“, erklärt sie. Für die Frauen sei das, etwa durch die Angabe von Klarnamen oder die direkte Zahlung auf der Plattform sicherer. Vor wenigen Wochen gab Poppenreiter allerdings die Trennung von Peppr und ihrem Mitgründer bekannt.

Über die genauen Gründe möchte sie nicht sprechen. Nur so viel sagt sie: Dass es auch persönliche Gründe waren, die sie zu der Entscheidung gezwungen hätten. Das Ende der Plattform sei das aber nicht, momentan befindet sich Poppenreiter in Verkaufs- und Lizenzierungsgesprächen. Mit ihrem ersten Unternehmen zu scheitern, hat sie dennoch als „großes Learning“ empfunden.

In der „Berliner Start-up-Blase“ sei das Scheitern auch gar nicht so verpönt, wie es in vielen Medien immer anklinge. Professur Martin Gersch von der Freien Universität Berlin glaubt, dass noch viel für die Akzeptanz des Scheiterns in der deutschen Gründerszene getan werden müsse: „Noch haben wir keine Kultur des Scheiterns. Wir müssen dahin kommen, dass Scheitern als Erfahrung gewertet wird, statt als Misserfolg. Nur dann kann man daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.“