Das Berliner Proptech-Start-up verwandelt Smartphones in Schlüssel für Büros und Wohnungen. Frisches Kapital soll nun neue Türen öffnen.

Mit Schlüssel-Technologie für Immobilien will das Start-up Sensorberg aus Berlin angreifen. Dafür fließt in einer neuen Finanzierungsrunde ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag an die 2013 gegründete Firma. Das Geld stammt unter anderem von Signa Innovations, einem Tochterunternehmen des österreichischen Immobilienkonzerns Signa, der Bauwens Unternehmensgruppe sowie vom Risikokapitalgeber Surplus Invest. Zur genauen Investmentsumme macht das Start-up auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer keine Angaben.

Sensorberg arbeitet daran, Büros und Wohngebäude zu digitalisieren. Zum Beispiel entwickeln die Berliner Systeme, um den Zugang zu Immobilien zu vereinfachen – per App wird das Smartphone zum Schlüssel. Mit Hilfe des frischen Kapitals will das Team aus 30 Mitarbeitern in weitere Anwendungsgebiete vordringen und zum Beispiel Beleuchtung, Heizung und Energieverbrauch steuern.

Fokus auf B2B-Angebote

Im Visier hat das Start-up vor allem Unternehmenskunden. „Wir wenden uns im B2B-Bereich etwa an Bauträger, um Wohnhäuser mit unseren Lösungen vorzurüsten“, sagt Geschäftsführer Michael von Roeder zu WirtschaftsWoche Gründer. Zudem werbe das Start-up um Kunden aus dem europäischen Ausland, konzentriere sich dabei aber vor allem auf den deutschsprachigen Raum.

Investoren sehen eine Chance, die Digitalisierung der Immobilienbranche strategisch mitzugestalten. „Durch datengetriebene Analysen und das Zusammenspiel der Komponenten Hardware, App und Plattform ermöglicht Sensorberg Nutzern eine effizientere Steuerung und Auslastung von Gebäuden aller Art“, lässt sich Jannis Roser, Managing Partner bei Surplus Invest, in einer Pressemitteilung zitieren.

Immobilienmarkt sucht nach Digitalisierungslösungen

Aufmerksamkeit bekamen die Software-Entwickler von Sensorberg anfangs vor allem für ihre Plattform rund um Funkchips, sogenannte Beacons. Die Chips lassen sich zum Beispiel dafür einsetzen, Smartphones zu orten – und ihren Besitzern je nach Aufenthaltsort spezielle Inhalte oder Werbung auf das Display zu schicken. Gründer Alexander Oelling ist 2017 als Geschäftsführer aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Mit Software-Lösungen für die Immobilienbranche gewinnen die sogenannten Proptechs derzeit viele Kapitalgeber für sich. Im vergangenen Oktober hat Evana einen hohen einstelligen Millionenbetrag eingesammelt. Das Frankfurter Start-up entwickelt Programme, um Daten für die Verwaltung und den Verkauf von Immobilien zu sortieren. Zwölf Millionen Euro konnte sich im Juli die junge deutsch-schweizerische Firma Allthings für ihre Plattform für Gebäudebesitzer und -dienstleister sichern. Ebenfalls mit Millionenbeträgen ausgestattet wurden im vergangenen Jahr die Berliner Big-Data-Spezialisten von Realxdata und der Münchener Immobilienverwalter Casavi.