Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Scoutbee, Gregor Stühler, Lee Galbraith und Fabian Heinrich, an. Ihr Start-up automatisiert die Lieferketten für Unternehmen. Wie urteilt Investorin Daniela Bach?

Gregor, Lee, Fabian, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir helfen Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Umsatz, neue Lieferanten zu finden. Heute suchen Einkäufer meist auf Messen oder per Google. Haben sie einen Kandidaten aufgetan, suchen sie manuell Zertifikate von ihm, holen Finanzauskünfte ein, versuchen Kundenbeziehungen zu prüfen. Das tragen sie meist in eine Excel-Liste. Das ist so aufwendig, dass ein Einkäufer nur vier bis fünf Lieferanten ernsthaft prüfen kann. Bei uns erledigt das ein Algorithmus, der etwa Millionen Zolldokumente aus 36 Ländern analysiert. Wir finden binnen Minuten die Top-Lieferanten und holen den richtigen Ansprechpartner auf unsere Kollaborationsplattform. Was vorher sechs bis acht Monate gedauert hat, braucht so sechs bis acht Wochen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Gregor war bei einem Mittelständler tätig. Als 2011 der Tsunami Japan verwüstete, brachen die Lieferketten komplett zusammen. Sie wieder aufzubauen dauerte Monate.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Einkaufende Unternehmen lizenzieren unseren Dienst. Je mehr sie kaufen, desto mehr bezahlen sie. Der Lieferant zahlt nichts, das wäre unseriös.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Die ist disruptiv, wir müssen allerdings vorsichtig vorgehen. Firmenkunden reagieren auf zu viel Wandel abwehrend.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Der Anteil internationaler Mitarbeiter liegt bei 55 Prozent. Fast die Hälfte des Teams sind Frauen.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir hatten einen Großauftrag in der Tasche. Der Vertrag war unterzeichnet, unsere Investoren waren informiert. Da meldete der Kunde Insolvenz an.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Bis dahin haben wir die Milliardenbewertung geknackt.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehr als 140 internationale Konzerne, neuerdings aber auch kleine und mittlere Unternehmen
Finanzierung:
Eigenmittel, Wagniskapital, Privatinvestments
Gründung: 2015 in Würzburg
Mitarbeiter: 135

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 5/5
Timing: 5/5

Urteil: „Das Potenzial für auf künstlicher Intelligenz basierende Beschaffung ist enorm, besonders in der aktuellen Phase gestörter Lieferketten.“
Daniela Bach, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalgeber High-Tech Gründerfonds

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