Der Dortmunder Schüler Marius Schönefeld hat Svapp entwickelt – eine App, die den Schulalltag digitalisieren soll.

Von Jule Zentek

Die grüne Tafel im Klassenzimmer und die verschmierte Schrift aus weißer Kreide – diese Kombination erinnert sofort an die Schulzeit. Doch wenn es nach Marius Schönefeld geht, gehört das schon bald der Vergangenheit an. „Manchmal kam ich morgens zur Schule und die erste Stunde fiel aus, dann saß ich dort eine Stunde lang herum“, sagt der 17-Jährige. Er will weg vom analogen Schulalltag.

Dazu hat Schönefeld „SVAPP“ entwickelt: Eine App, die die Unterrichts- und Organisationsstruktur an Schulen verbessern soll. „Angefangen hat alles mit einem einfach, digitalen Stundenplan“, sagt Schönefeld. Dieser habe ihm als Inspiration für weitere Ideen gedient.

In der App sollen mehrere digitale Angebote zusammenfließen. So sei nicht nur der Stunden- und Vertretungsplan einsehbar, sondern auch E-Learning und die direkte Kommunikation mit Lehrern und Mitschülern möglich. „Insgesamt soll SVAPP den Kommunikationsfluss im Schulalltag verbessern und endlich für Digitalisierung sorgen“, sagt Schönefeld.

Das Potenzial des Schülers zeigte sich schon früh: Im Alter von zwölf Jahren programmierte er erste Programme und Webseiten. Zwei Jahre später entwickelte er seine erste App-Idee. Das Know-how dazu hat sich der 17-Jährige selbst angeeignet – gute Voraussetzungen für weitere Entwicklungen.

Auf diese wurde schließlich die Wirtschaftsförderung Dortmund aufmerksam und lud ihn zu ihrem Start-up-Programm „Start2Grow“ ein. Mit damals 15 Jahren war Schönefeld der einzige jugendliche Teilnehmer an dem Gründungswettbewerb – und profitierte.

„Ich habe dort meine Geschäftsidee weiter ausgearbeitet und schließlich den Entschluss gefasst, selbst zu gründen“, sagt Schönefeld. Doch als Minderjähriger warteten einige juristische Hürden.

Daher übernahm sein Vater zunächst die Geschäftsleitung. Schönefeld stellte zahlreiche Anträge, um sein Unternehmen auch als Minderjähriger selbst leiten zu können. „Schlussendlich wurde mein Antrag aber abgelehnt, weil ich nur teilweise als geschäftsfähig erklärt wurde.“

Doch Schönefeld hatte Glück: Über Start2Grow lernte er Nils Freyberg kennen. Gemeinsam gründeten sie vor drei Monaten das Unternehmen neext. „Nils übernimmt als Geschäftsführer das Marketing und ich die Programmierung“, sagt Schönefeld.

Gemeinsam entschieden sie, wie es mit SVAPP weitergehen soll. „Bis Anfang nächsten Jahres wollen wir mit der Entwicklung soweit sein, dass wir SVAPP als Produkt in den Appstore bringen können“, sagt Schönefeld. Bis dahin müsse jedoch die Finanzierung gesichert sein.

Dabei sollte eine Crowdfunding-Kampagne helfen, doch die angepeilte Summe wurde nicht erreicht. Freyberg und Schönefeld sind dennoch zufrieden. „Wir haben eine sehr große Reichweite in Deutschland erreicht, mit der wir zwei potenzielle Kooperationspartner für uns gewinnen können, um die App auch ohne Crowdfunding auszurollen“. Das Projekt kann also trotzdem weiterlaufen.

Fremdkapital wäre für Schönefeld keine Option. „Wir wollen die Community an der Entwicklung teilhaben lassen. Mit einem Investor ist man in seinen Entscheidungen nicht so frei und muss jede Änderung abstimmen“, sagt Schönefeld. Er schätze das stetige Feedback seiner „Crowd“ und die Möglichkeit, neue Features ausprobieren zu können. Bisher investierte Schönefeld sein eigenes Erspartes – der Führerschein muss daher noch warten.